Insolvenz durchaus möglich
Delta Air streicht bis zu 7000 Stellen

Zwischen 6000 und 7000 Stellen will Delta Air Lines in den kommenden 18 Monaten streichen. Dadurch will die schwer angeschlagene US-Fluggesellschaft sich weit reichend neu ausrichten.

HB ATLANTA. Delta schloss auch ein Insolvenzverfahren nicht aus, falls die eigenen Sparpläne nicht voll realisiert werden sollten. Delta wird die Belegschaft damit nach US-Medienberichten um rund zwölf Prozent abbauen. Delta plant bis 2006 Einsparungen von mehr als fünf Milliarden Dollar (4,2 Mrd Euro), bis Jahresende sollen es bereits 2,3 Milliarden Dollar sein. Dies teilte die drittgrößte US-Fluggesellschaft am Mittwoch in Atlanta mit. Allein die Piloten sollen Konzessionen von einer Milliarde Dollar zugestehen.

Das gesamte Delta-Netz soll bis Ende Januar 2005 zu 51 Prozent neu geordnet werden. Delta will Dallas/Fort Worth nicht mehr als Knotenpunkt einsetzen und stattdessen Atlanta, Cincinnati und Salt Lake City als Drehscheiben ausbauen. Die Billigfluglinie Song soll durch zwölf weitere Flugzeuge erweitert werden. Ziel sei es, die Managementkosten um 15 Prozent zu senken, erklärte der Vorstand.

Delta-Konzernchef Gerald Grinstein betonte, wegen der raschen Verschlechterung der Finanzlage durch niedrige Erträge, wegen hoher Treibstoffpreise, überhöhter Tarifkosten und hoher Schuldenbelastung sei eine Insolvenz durchaus möglich. „Wir arbeiten hart und schnell, um sie zu verhindern“, sagte er jedoch. Falls die Frühruhestandsprobleme der Piloten nicht vor Monatsende gelöst werden und nicht alle Details der Neuausrichtung bald geklärt seien, werde das Unternehmen die Restrukturierung über die Gerichte einleiten müssen, warnte Grinstein. Die Delta-Aktien sind am Mittwoch um 5,4 Prozent auf 4,24 Dollar abgesackt.

Delta war wie die anderen großen US-Fluggesellschaften nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 tief in die roten Zahlen geraten und hatte seither bereits 16 000 Mitarbeiter nach Hause geschickt. Die Gesellschaft hat zwischen 2001 und 2003 Gesamtverluste von 5,6 Milliarden Dollar akkumuliert, berichtete die US- Wirtschaftsagentur „Bloomberg“. Die UAL Corporation, die Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluggesellschaft United Airlines, befindet sich seit Dezember 2002 in einem Insolvenzverfahren. Die US Airways verhandelt derzeit mit Piloten und anderen Mitarbeitern über weitere große Konzessionen, um einen erneuten Gang zum Insolvenzrichter zu vermeiden.

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