Insolvenz
Erste Hertie-Häuser schließen

Heute ist ein trauriger Tag für viele Hertie-Mitarbeiter und für so manchen Kunden: Im Ruhrgebiet und in Kassel schließen die ersten vier Filialen der insolventen Warenhauskette. Einen Ausverkauf der Waren gibt es nicht.

HB ESSEN. Die Waren würden an Lieferanten zurückgegeben oder auf andere Filialen verteilt, sagte ein Firmensprecher am Donnerstag in Essen. Außerdem zeigen externe Vermarkter Interesse.

Die Zukunft des Unternehmens mit insgesamt 3400 Mitarbeitern bleibt weiter ungewiss. Verhandlungen über einen Einstieg liefen mit mehreren Investoren, sagte der Sprecher. Hertie hatte im Juli vergangenen Jahres wegen der Finanzprobleme seines Eigentümers Dawnay Day Insolvenzantrag gestellt.

Ein Kernpunkt der Verhandlungen über die Rettung von Hertie ist die Forderung des vorläufigen Insolvenzverwalters Biner Bähr nach einer deutlichen Senkung der Mieten für die Häuser. Nach Bährs Darstellung hatte der Eigentümer mit Hilfe von überhöhten Mieten Kapital aus dem Unternehmen abgezogen. Bähr hat eine Frist bis Ende Februar für die Rettung von Hertie gesetzt. Wenn es bis dahin keine Einigung gibt, will er das Unternehmen liquidieren.

Insgesamt 19 Standorte mit 650 Mitarbeitern sollen auf jeden Fall schließen. Die Beschäftigten müssen mit Kündigungen rechnen. Die Vermarktung des Warenbestandes der 19 Filialen will nach eigenen Angaben die Eltex GmbH aus Heidesheim (Rheinland-Pfalz) übernehmen. Eltex erklärte, die Ware habe einen Verkaufswert von sieben Mio. Euro und solle im außereuropäischen Ausland vermarktet werden.

Die übrigen 54 Häuser hätten eine langfristige Zukunft, hatte Bähr Ende Januar bei einer Pressekonferenz gesagt. Weiterer Personalabbau sei dabei aus seiner Sicht nicht nötig.

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