Insolvenz
Für Schlecker-Gläubiger bleibt kaum Geld

Die Gläubiger der zusammengebrochenen Drogeriekette Schlecker gehen wohl fast leer aus. Angemeldeten Forderungen von 665 Millionen Euro stehe ein möglicher Ausschüttungsbetrag von höchstens 27 Millionen Euro gegenüber.
  • 4

FrankfurtÜber die schlechten Aussichten für die Gläubiger berichtete der "Spiegel" am Sonntag ohne Angabe von Quellen. Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz wollte sich am Sonntag zum Ergebnis des Insolvenzverfahrens nicht äußern.

Größter Gläubiger ist der zum Finanzkonzern Allianz gehörende Hamburger Kreditversicherer Euler Hermes, bei dem Schlecker laut "Spiegel" mit knapp 224 Millionen Euro in der Kreide steht. Vor Kurzem war sogar noch von Forderungen des Kreditversicherers über 300 Millionen Euro die Rede. An zweiter Stelle steht dem Bericht zufolge die Bundesagentur für Arbeit mit 125 Millionen Euro.

Die verfügbare Summe von 27 Millionen Euro ergibt sich dem Magazin zufolge, wenn man von Schleckers Vermögen von 499,8 Millionen Euro laufende Warenrechnungen, Mietzahlungen und Kosten des Insolvenzverfahrens sowie Löhne und Sozialversicherungsbeiträge der Mitarbeiter während der dreimonatigen Kündigungsfrist abzieht.

Für die ehemals größte deutsche Drogeriekette hatte sich kein Käufer gefunden, der genug Geld investieren wollte. Die Gläubiger beschlossen deshalb Anfang Juni eine Zerschlagung des Pleite-Unternehmens mit zuletzt noch 13.800 Beschäftigten. Der weitere Betrieb sei angesichts der laufenden Verluste nicht mehr vertretbar, hatte Insolvenzverwalter Geiwitz bekräftigt. Die Angebote der Investoren hätten alle unter dem Zerschlagungswert gelegen.

Die Tochterunternehmen und die Immobilien werden nun verkauft. In den noch rund 3.200 Filialen läuft noch bis Ende des Monats der Ausverkauf. Angesichts hoher Rabatte bildeten sich in vielen Läden lange Kundenschlangen. Die verbliebenen Mitarbeiter erhalten in diesen Tagen die Kündigungen. Schon im Frühjahr waren mehr als 10.000 Schlecker-Beschäftigte vor die Tür gesetzt worden, um die Verluste zu drücken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Insolvenz: Für Schlecker-Gläubiger bleibt kaum Geld"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Viele der Artikel und Kommentare so wie hier sind einfach nur unglaublich. Die Deutschen lieben nichts mehr als erfolgreiche Leute an die Wand zustellen. Anton Schlecker hat dieses business selber aufgebaut. Er hat Arbeitsplaetze geschaffen und die Deutsche Maschine mit seinen Steuern unterstuetzt. Er war nicht auf society parties , oder hat sein hart verdientes Geld verprasst,oder Steuern hinterzogen. Seine Kinder sind nicht drogenabhaengig und haengen auf parties herum ,sondern haben Ihr ganzes Leben gelernt und gearbeitet. Sowie Anton Schlecker auch. Haben Schlecker's Fehler gemacht? Ja-aber wieviele Unternehmen und unterstuetzte Banken auch? Die Verdi hatte Schlecker auf den Kicker und hat alles getan um dieses business zu ruinieren und jetzt stehen sie da und tun so als waere Ihr Beitrag nichts als fuers gute der Menschheit gewesen. Von wegen. Hier ist ein Mann Pleite der mit allem gebuergt hat und nicht eine nette GmbH als Strukture operierte. Aber auch das wird ja in der Presse schlecht gemacht. Und sie fahren schoene Autos? Na und? Sie haben hart dafuer gearbeitet und waren erfolgreich. Im Endeffekt schuldet Anton Schlecker niemanden was.Er ist mit seinem Emporium gewachsen und mit ihm gefallen. Wir leben im Kapitalismus. Und davon ganz gut. Hoert endlich mit dieser Hetzerei auf.

  • Schon seit Jahren plädiere ich dafür die InsVV (die Vergütungsordnung für Insolvenzverwalter) grundlegend zu reformieren, weil hier Nicht-Leistung honoriert wird. Nur wenige wissen was sich tatsächlich dahiner verbirgt: ein Affront ersten Ranges gegen die Gläubiger, in deren Interesse ein Insolvenzverfahren ja angeblich durchgeführt wird. Typen wie Geiwitz, die in ihrem Leben nichts wirklich Produktives für die Gesellschaft geleistet haben, sacken hier dreistellige Millionenbeträge ein. Für was? Im Grunde genommen ist eine Insolvenzverwaltung eine Farce, weil hier das Leistungsprinzip außer Kraft gesetzt ist. Hat Herr Geiwitz einen einzigen Arbeitsplatz retten können? Nein! Hat er sich wirklich ernsthaft um einen Investor bemüht? Nein! Wofür bekommt dieser Mann eigentlich soviel Geld? Den Schaden der durch die Schlecker-Insolvenz entstanden ist trägt die Allgemeinheit, während sich Herr Geiwitz die Millionen nur so reinscheffelt. Einfach nur widerliches Schmarotzertum auf niedrigstem Niveau, das hier abgeht.

  • Haben Sie einmal geprüft wieviel der Konkursverwalter für seine Leistung bekommt? Es wäre dringend notwendig diese Vergütung zu ändern. Im Insolvenzfall wie hier bekommt er max. 10 % der Vergütung. Bei Personalabbau Reduzierung der Vergütung entsprechend der verbliebenen Belegschaft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%