Insolvenz
Katastrophe ruiniert kanadische Bahngesellschaft

Das schwere Unglück mit einem Tankzug in Kanada hat mindestens 47 Todesopfer gefordert. Nun meldet die Betreibergesellschaft Insolvenz an. Die Opfer und ihre Familien sollen trotzdem entschädigt werden.
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MontrealEinen Monat nach dem verheerenden Zugunglück in der kanadischen Kleinstadt Lac-Mégantic hat die verantwortliche Bahngesellschaft Insolvenz angemeldet. Sowohl der US-amerikanische als auch der kanadische Zweig der Montreal, Maine & Atlantic Railway wollen sich damit vor den Forderungen ihrer Gläubiger schützen und den laufenden Betrieb sicherstellen.

„Es wurde offensichtlich, dass die Verpflichtungen beider Unternehmen nun ihre Vermögenswerte übersteigen“, erklärte Verwaltungsratschef Edward Burkhardt am Mittwoch in Montreal. Die zu erwartenden Versicherungsleistungen seien dabei schon einbezogen.

Ein Gericht in Montreal gab am Donnerstag grünes Licht für den Gläubigerschutz auf der kanadischen Seite. Das sei der beste Weg, um Entschädigungen für die Opfer zu erreichen, zitierte die Zeitung „Toronto Sun“ den zuständigen Richter.

Bei dem Unglück am 6. Juli in der Provinz Quebec war ein führerloser Güterzug mit mehr als 70 Kesseln voll Rohöl ins Zentrum von Lac-Mégantic gerast und explodiert. Mindestens 47 Menschen starben, die Gegend ist ein Trümmerfeld.

Das Insolvenzverfahren sei „der beste Weg, allen Beteiligten eine faire Behandlung unter diesen tragischen Umständen zusichern zu können“, erklärte Burkhardt. Sein Unternehmen wolle sich auch weiterhin an den Aufräumarbeiten beteiligen.

Die Bahngesellschaft beschäftigt nach eigenen Angaben zurzeit noch 85 Leute. Durch das Unglück hat sie mit erheblichen Einnahmeausfällen zu kämpfen. Die Gesellschaft war 2003 gegründet worden und besitzt an der amerikanischen Ostküste ein Streckennetz von 820 Kilometern. Dort verkehrten nach eigenen Angaben früher täglich 15 Güterzüge.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Insolvenz: Katastrophe ruiniert kanadische Bahngesellschaft"

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  • Erst wird rumgeflennt, das der Dreck zu teuer wäre, dann das Sparschwein als Kapitalist beschimpft. Und die Achse des Bösen bemüht.
    Erst rumheulen "Warum hast Du nicht?" und wenn es dann schiefgeht: "Wie konntest Du nur!"

  • aber jemand, der sich heute für Marktwirtschaft, im schlimmsten Fall für Soziale Maktwirtschaft einsetzt, als Kommunist zu bezeichnen - ist doch Standart.
    Alles was TeaParty & Co nicht in den Kram passt, was dieses Gesindel entlarvt wird plattgemacht.
    Damit sind es gerade die marktradikalen Neoliberalen die die Marktwirtschaft zerstören!

  • @Andre

    Das Insolvenzrecht ist doch gerade dafür konstruiert worden um Grossverbrecher zu schützen. Ausnutzbar ist das Insolvenzrecht nur für Grossfirmen mit einer Horde Rechtsverdreher im Anhang.

    Übrigens, wenn Sie es nicht gemerkt haben, ich plädiere ja gerade für Marktwirtschaft bzw. Kapitalismus und dafür, dass diejenigen die Schaden angerichtet haben dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Diejenigen die dieses Prinzip ablehnen und den Schaden vergesellschaften wollen sitzen z.B. in Nordkorea.

    Anscheinend verwechseln Sie hier rechts und links und noch einiges Andere !

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