Insolvenz
Zweite Chance für Sinn-Leffers

Die Rettung des angeschlagenen Kaufhauskonzerns Sinn-Leffers rückt näher. Der Insolvenzplan des Düsseldorfer Anwalts Horst Piepenburg stieß auf positive Resonanz. Ab August soll das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben. Doch schmerzhafte Einschnitte sind nicht zu vermeiden.

HAGEN. Beim angeschlagene Kaufhauskonzern Sinn-Leffers fällt am 9. März die Entscheidung, ob das Unternehmen weitergeführt wird. "Stimmen die Gläubiger dann unserem Insolvenzplan zu, könnte das Insolvenzverfahren schon im April erfolgreich beendet werden", kündigte Insolvenzverwalter Horst Piepenburg gegenüber dem Handelsblatt an. Gestern präsentierte der Düsseldorfer Rechtsanwalt seinen Plan den Gläubigern zur Erörterung.

Vor allem der Belegschaft soll er den Maximalanspruch sichern: Den 1 300 gekündigten Mitarbeitern wird laut Plan das 2,5-Fache des Monatsgehalts als Abfindung gezahlt - und damit der Höchstsatz. 2 500 Angestellte will Sinn-Leffers weiterbeschäftigen. Schon vor einigen Wochen hatte das Unternehmen angekündigt, 22 von insgesamt 46 Häusern bis Ende Februar zu schließen.

Falls die Gläubiger zustimmen, erhalten die gesicherten Lieferanten zudem eine Insolvenzquote von 70 Prozent, während sich die ungesicherten mit rund 2,5 Prozent ihrer Forderungen zufrieden geben müssen.

Weil einzelne gekündigte Mietverträge eine Restlaufzeit bis 2028 besitzen, womit sich hohe Ansprüche auf Schadenersatz verbinden, sollen die Vermieter zunächst nur eine Abschlagszahlung aus der Insolvenzkasse erhalten. Falls die aufgegebenen Standorte vorzeitig weitervermietet werden, verspricht Piepenburg dieser Gläubigergruppe eine Nachzahlung.

Banken sind von der Sinn-Leffers-Schieflage nicht betroffen. Denn schon vor der Insolvenz stellten sie den Kaufhäusern keine Kredite mehr zur Verfügung. Einen Sanierungsbeitrag wird es hingegen vom Eigentümer Deutsche Industrie-Holding (DIH) geben. Sie schießt drei Mio. Euro frisches Kapital nach und fängt bis Ende 2009 Verluste von Sinn-Leffers auf. "Die bisherige Resonanz auf das Sanierungskonzept ist überwiegend positiv", berichtete der Insolvenzverwalter gestern im Anschluss an den Erörterungstermin. "Wir stehen hinter dem Insolvenzplan und sehen realistische Perspektiven für eine profitable Geschäftsentwicklung der Sinn-Leffers GmbH", sagte Christa Warning, die alle anspruchsberechtigten Lieferanten in dem Insolvenzverfahren vertritt.

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