Insolvenzantrag gestellt - Flugbetrieb eingestellt
BayernLB dreht Aero Lloyd Geldhahn zu

Die Fluglinie Aero Llyod hat am Donnerstagmorgen den Flugbetrieb eingestellt und Insolvenz beantragt. Die Bayerische Landesbank als Mehrheitsgesellschafter war nicht bereit, weitere Kredite zu gewähren. Dadurch sei die Insolvenz unausweichlich geworden, teilte Aero Lloyd mit.

HB FRANKFURT. Im In- und Ausland saßen zunächst rund 8500 Fluggäste fest. Die beiden großen Reiseveranstalter TUI und Thomas Cook erklärten, ihre auf Aero Lloyd-Flüge gebuchten Kunden mit Maschinen anderer Fluglinien zu ihren Urlaubszielen zu fliegen oder zurückzuholen. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem Ziele im Mittelmeerraum, darunter Griechenland und Ägypten.

„Trotz eines umfangreichen, auf drei Jahre angelegten Sanierungs- und Restrukturierungskonzeptes (...) hat die Bayerische Landesbank als Mehrheitsgesellschafter und größter Kreditgeber jetzt entschieden, die notwendigen Kapitalmaßnahmen zur Sanierung der Bilanzsituation der Aero Lloyd nicht vorzunehmen“, teilte die Fluggesellschaft mit.

Das zuständige Amtsgericht bestätigte am Vormittag den Eingang der Insolvenzanträge. Die BayernLB teilte mit, sie erwarte im Zusammenhang mit der Insolvenz keine zusätzlichen Wertberichtigungen. Wegen akuter Zahlungsschwierigkeiten hatte die Charterfluggesellschaft bereits Anfang vergangenen Jahres von der Bayerischen Landesbank einen Überbrückungskredit von 20 Mill. € erhalten. Die BayernLB ist seit 1987 bei der Aero Loyd engagiert und hält derzeit 66 %. Die übrigen Anteile liegen bei privaten Investoren.

Angesichts von Überkapazitäten und dem großen Angebot von Billigfliegern leiden die Fluggesellschaften derzeit unter einem hohen Preisdruck. Nach der zweijährigen schweren Krise in der gesamten Touristikbranche rechnen Experten auch beim derzeitigen vorsichtigen Aufschwung mit einem unverminderten Preisdruck.

„Für das bestehende Engagement hat die BayernLB ausreichende Vorsorge getroffen“, erklärte die Bank. Ein Sprecher bekräftigte, für das Gesamtjahr werde unverändert eine Risikovorsorge im Volumen von etwa einer Milliarde Euro angepeilt, machte aber keine weiteren Angaben. Es ist davon auszugehen, dass die BayernLB ihre Beteiligung an der Fluglinie bereits im vergangenen Jahr vollständig abgeschrieben hat. Im Bankenpool der Aero Lloyd , der von der Bayern LB geführt wird, sind nach Angaben aus Finanzkreisen sieben Institute.

Der zuständige Richter des Amtsgerichts Bad Homburg sagte, die Insolvenzanträge würden geprüft. Da die Unterlagen noch nicht vollständig seien, könne sich eine Entscheidung „locker ein bis zwei Tage“ hinziehen. Es fehlten Informationen über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Fluglinie.

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