Insolvenzplan
13 Karstadt-Filialen müssen schließen

Nach wochenlangen Verhandlungen habe sich die Insolvenzverwaltung von Karstadt mit den Vermietern der Häuser auf Eckpunkte für Sanierungsbeiträge geeinigt. Jede zehnte Filiale muss geschlossen werden. Es bleiben aber noch Fragen offen.
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HB ESSEN. Die insolvente Warenhauskette Karstadt steht bei ihrer Sanierung vor harten Einschnitten und dem Abbau von 1200 Arbeitsplätzen. Insgesamt zehn Karstadt-Standorte mit zum Teil mehreren Waren- und Sporthäusern seien von Schließungen betroffen, berichtete ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Dienstag. Zusätzlich sollen drei kleinere Multimedia-Standorte nicht weitergeführt werden. Insgesamt 112 Waren- und Sporthäuser sowie acht Schnäppchencenter mit über 25 000 Beschäftigten sollen erhalten bleiben.

Bis Ende Januar soll auf der Grundlage der nun vorgelegten Eckpunkte ein Insolvenzplan erarbeitet werden, dem die Gläubiger noch zustimmen müssen. Gleichzeitig soll die Suche nach einem Investor weitergehen. Beide Prozesse könnten im Frühjahr kommenden Jahres erfolgreich abgeschlossen werden, zeigte sich der Karstadt- Beauftragte des Insolvenzverwalters Rolf Weidmann am Dienstag überzeugt.

Neben der kompletten Aufgabe an den drei Standorten in Kaiserslautern (Fackelrondell), Ludwigsburg (Marstall) und Hanau (Freiheitsplatz) sollen sieben weitere Karstadt-Standorte von Schließungen betroffen sein. An den Standorten in Celle (Sport- und Multimedia-Filiale), Dortmund (Kampstraße), Hamburg (Elbe Zentrum) Hannover (Livingfiliale), Kiel (Alter Markt), München (Haus am Dom) und Recklinghausen (Sporthaus) soll das Unternehmen nach Schließung einzelner Häuser weiter vertreten sein. Hinzu kommen die drei kleinen Multimedia-Standorte in Berlin, Braunschweig und Stuttgart mit jeweils zwischen acht und 18 Beschäftigten.

Neben den Beschäftigten hätten nun auch Vermieter, Dienstleister und Lieferanten Sanierungsbeiträge zugesagt. Zur Höhe der Beiträge wollte ein Sprecher des Insolvenzverwalters keine Auskünfte geben. Die Beschäftigten hatte sich Anfang November bereiterklärt, in den kommenden drei Jahren auf insgesamt 150 Mio. Euro zur Rettung des Unternehmens zu verzichten. Dem stimmte die zuständige Kommission der Gewerkschaft Verdi zu.

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte vor allem von den Vermietern deutliche Abstriche gefordert. Erst durch die Zugeständnisse sei es gelungen, einige der ansonsten von der Schließung bedrohten Filialen weiterzuführen, sagte Weidmann. Davon betroffen seien über 1700 Mitarbeiter. „Wir sind froh, dass für die große Mehrheit der Karstadt- Beschäftigten und der Filialen eine Perspektive gefunden wurde“, sagte die stellvertretende verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane. Die Schließung von insgesamt 13 Filialen sei jedoch „außerordentlich bitter für die Beschäftigten“.

Vor drei Wochen hatte die Karstadt-Gläubigerversammlung in Essen grünes Licht für eine Fortführung der Warenhauskette gegeben und den späteren Verkauf des Unternehmens an einen Investor gebilligt. Für die zweite Tochter Arcandor-Tochter Quelle sowie für die Holdinggesellschaft selbst soll es dagegen keine Rettung mehr geben.

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