Insolvenzverfahren
Arcandor – Gegenwind für Kaufhausfusion

Eine Lösung für den insolventen Handels- und Touristikkonzern Arcandor wird schwieriger als gedacht. Möglicherweise kommt sogar das Thema Staatshilfe noch einmal auf den Tisch, wie Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gegenüber dem Handelsblatt einräumte.

and/cs/gof/saf DÜSSELDORF/BERLIN/ HONGKONG. Eine Lösung für den insolventen Handels- und Touristikkonzern Arcandor wird schwieriger als gedacht. Die Fusion der Warenhaustochter Karstadt mit dem Wettbewerber Kaufhof, an deren Ende die Deutsche Warenhaus AG stehen soll, stößt auf Widerstand. Und der Verkauf der Touristiktochter Thomas Cook trifft ebenfalls auf höhere Hürden als zunächst absehbar.

Bei Karstadt schaltet sich überraschend das Kartellamt ein: Ein Zusammenschluss mit Kaufhof stelle „aller Voraussicht nach ein anmeldepflichtiges Verfahren dar“, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamts. Die geplante Fusion mache „eine eingehende wettbewerbsrechtliche Prüfung notwendig“, die voraussichtlich vier Monate dauern könne. Da es bei der Fusion um ein Umsatzvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro gehe, müsse auch die Brüsseler Wettbewerbskommission entscheiden. Dies sei Vertretern der Metro bereits vor zwei Wochen in Bonn bei Sondierungsgesprächen mitgeteilt worden.

Auch sonst mehren sich die skeptischen Stimmen zu einer schnellen Fusion. Das bisherige Karstadt-Management, das kaum noch handlungsfähig ist, sieht vorläufig keine Basis für weitere Gespräche mit der Metro. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will sich seinerseits zunächst auf die „Stabilisierung des Geschäftsbetriebs“ bei dem Kaufhauskonzern konzentrieren, vor allem auf die Liquiditätsplanung. Und auch die Gewerkschaft Verdi bekräftigte ihren Widerstand gegen eine Deutsche Warenhaus AG.

Dennoch hält Metro-Vorstandschef Eckhard Cordes an seinen Fusionsplänen fest. Sein Warenhauschef Lovro Mandac warnte in der „Wirtschaftswoche“ vor Zeitverzögerungen, weil Karstadt sonst durch die Zurückhaltung von Lieferanten und Kunden endgültig in eine gefährliche Schieflage geraten könne.

Mit dem Vorschlag einer Warenhausfusion wollte Metro-Chef Cordes zunächst vor allem Staatshilfen für den Wettbewerber Arcandor blockieren. Zugleich zeichnet sich jetzt jedoch immer mehr eine Möglichkeit für die Metro ab, sich in einem Aufwasch selbst von der nicht mehr zum Kerngeschäft gerechneten Tochter Kaufhof zu trennen. Der italienische Warenhausbetreiber Maurizio Borletti bestätigte offiziell sein Interesse an Gesprächen über die Warenhäuser in Deutschland. Zunächst müsse sich Arcandors Insolvenzverwalter jedoch „klar zu seinen Absichten“ äußern.

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