Insolvenzverwalter
Erste Interessenten für Quelle

Für den insolventen Versandhändler Quelle gibt es nach Angaben des Insolvenzverwalters Jörg Nerlich erste Interessen. Nerlich zeigte sich in einem Interview überzeugt, dass die Arcandor-Tochter gerettet werden könne. Allerdings droht Quelle ein harter Sanierungskurs und ein Stellenabbau.

HB FÜRTH/MÜNCHEN. „Es wird drastische Maßnahmen geben müssen, die auch Arbeitsplätze kosten werden“, sagte der für die Arcandor-Versandhandelsparte zuständige Insolvenzverwalter Jörg Nerlich der „Süddeutschen Zeitung“. Es gebe bereits erste Interessenten für eine Übernahme von Quelle. Erste Eckpunkte zu dem Sanierungsplan sollen noch diesem Monat vorliegen.

Der Insolvenzverwalter zeigte sich überzeugt, dass der Kern des Unternehmens gerettet werden könne. Voraussetzung sei, dass Banken und Betriebsrat mitspielten. Wie viele der fast 10 000 Arbeitsplätze bei Quelle und in Schwesterfirmen wegfallen werden, könne man noch nicht beziffern. „Wir spielen derzeit die unterschiedlichsten Szenarien durch und schauen uns an, wo sich bei Quelle wie dauerhaft Rendite erzielen lässt und wo wir schneiden müssen“, sagte Nerlich.

Auch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte, das laufende Insolvenzverfahren werde „ein sehr harter und von vielen Unwägbarkeiten begleiteter Weg“. „Quelle braucht eine zügige Modernisierung, denn die Wettbewerber schlafen nicht“, sagte Guttenberg dem „Münchner Merkur“. Mit Blick auf die vom Staat gewährten Hilfen erklärte der Minister, der zugesagte Massekredit sei an die notwendige Sicherheit gebunden, dass Steuergelder wieder zurückfließen.

In der Auseinandersetzung um die zwischenzeitlich gestoppte Auslieferung des Quelle-Katalogs warnte der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg vor Schaden für den Versandhändler. Dadurch könne die Überlebensfähigkeit des Unternehmens beeinflusst werden, zitierte ihn „Focus Online“. Görg bat die Druckereien, die Auslieferung nicht länger zu blockieren und in Vorkasse zu gehen. Die Verzögerungen bei der Fertigstellung des Katalogs seien zwar „verständlich“, andererseits verursachten sie Tag für Tag Schäden in großer Höhe.

Unterdessen erzielte Quelle im Internet nach eigenen Angaben im Juni erstmals 50 Prozent seiner Umsätze. Damit sei ein wichtiges Etappenziel bei der Ausrichtung von Quelle auf das elektronische Geschäft erreicht, hatte Geschäftsführer Konrad Hilbers am Freitag erklärt.

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