Institutionelle Investoren sind Ziel
Bund verkauft Post-Aktien im Wert von einer Milliarde Euro

Sieben Wochen nach dem milliardenschweren Verkauf von Telekom-Aktien verkauft die staatliche KfW Bankengruppe jetzt Anteilsscheine der Deutschen Post im Wert von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro.

HB FRANKFURT/BERLIN. Die Platzierung der bei der bundeseigenen Bank geparkten Wertpapiere richte sich ausschließlich an institutionelle Investoren, teilte die KfW am Montag in Frankfurt mit. Zusätzlich ist eine so genannte Mehrzuteilungsoption im Volumen von bis zu 150 Mill. € vorgesehen. Der Streubesitz der Post-Aktien erhöht sich durch die Transaktion von 37,4 % auf mindestens 43,2 %. Langfristig will sich der Bund sowohl aus der Deutschen Telekom AG als auch aus der Deutschen Post AG zurückziehen.

Die Banken wollen nach Angaben aus Finanzkreisen die Platzierung der Aktien bis Dienstagabend abschließen. Die Orderbücher würden voraussichtlich am Dienstag nach Börsenschluss geschlossen, hieß es am Montag. Eine Preisspanne gebe es noch nicht. „Verkäufe von Beteiligungen des Bundes an Deutscher Post AG und Deutscher Telekom AG erfolgen in Übereinstimmung mit der Aufnahmefähigkeit der Kapitalmärkte, also marktschonend“, erklärte in Berlin der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Jörg Müller, auf Anfrage.

Die KfW-Bankengruppe hält derzeit noch 474 Mill. Aktien oder 42,6 % an der Deutschen Post AG. Mit dem Verkauf beauftragt sind die Deutsche Bank und Morgan Stanley, die die Option haben, selbst Aktien zum später festgelegten Platzierungspreis zu erwerben. Sollten die Banken die Mehrzuteilungsoption ausüben, klettert der Prozentsatz der Post-Aktien, die nicht den Großaktionären gehören, sogar auf 44,0 %. Die Transaktion soll im Rahmen eines beschleunigten Verkaufsverfahrens ausgeführt werden.

Die Abwicklung der Aktienpakete des Bundes an Telekom und Post erfolgt über Platzhalter-Geschäfte mit der KfW. Der Bund „parkt“ Aktien bei der Staatsbank, die sie dann zum günstigsten Zeitpunkt über den Kapitalmarkt verkauft. Eine Weiterreichung zusätzlicher Post-Aktien an die KfW galt bisher als problematisch, weil das Aktienpaket der Bank auf mehr als 50 % hätte ansteigen können. In diesem Fall hätte die KfW, deren Hauptaufgabe das Fördergeschäft ist, die Deutsche Post in ihrer Bilanz ausweisen müssen.

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