Interesse an einem Einstieg bekräftigt
Post könnte in Österreich leer ausgehen

Einem Zeitungsbericht zufolge soll die Österreichische Post nun womöglich doch nicht an die Deutsche Post verkauft werden. Diese zeigte sich jedoch gelassen und hofft weiter auf eine baldige Entscheidung über die geplante Privatisierung der österreichischen Post. Das Interesse an einem Einstieg bei dem Nachbarunternehmen wurde bekräftigt.

HB DÜSSELDORF. Die Deutsche Post hofft auf eine baldige Entscheidung über die geplante Privatisierung der österreichischen Post und hat ihr Interesse an einem Einstieg bei dem Nachbarunternehmen bekräftigt.

„Wir würden uns freuen, wenn die Entscheidung (über die Privatisierung) bald kommen würde“, sagte ein Sprecher der Deutschen Post am Montag in Bonn. „Wir würden ernsthaft die Abgabe eines Angebotes prüfen, wenn die politischen Weichenstellungen für eine Privatisierung getroffen sind und wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen sollten“, bekräftigte der Sprecher frühere Aussagen von Post-Chef Klaus Zumwinkel. Er reagierte damit auf den Zeitungsbericht, wonach der Bonner Konzern womöglich auf einen Einstieg bei der österreichischen Post verzichten muss. Bereits Mitte Juli hatte die Post auf eine zügige Entscheidung in Wien gedrängt.

„Ob wir privatisiert werden, ist Sache des Eigentümers, aber es besteht aktuell keine Notwendigkeit“, sagte der österreichische Post-Generaldirektor Anton Wais der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). Bislang galt Wais der Zeitung zufolge als Befürworter der Hereinnahme eines strategischen Partners. „Warum sollte der deutsche Staat ein besserer Unternehmer sein als der österreichische“, sagte Günter Stummvoll, Finanzsprecher der Regierungspartei ÖVP dem Blatt.

Die österreichische Industrieholding ÖIAG wollte dem Bericht zufolge eigentlich spätestens 2006 einen Minderheitsanteil an der staatlichen Post verkaufen. Im Juli hatte es geheissen, dass der Verkauf einer Sperrminorität von 25 % wahrscheinlich genehmigt würde. Auch die niederländische Post hatte Interesse an einem Einstieg bekundet.

„Die Interessenlage in Österreich ist sehr vielschichtig“, kommentierte der Sprecher der Deutschen Post die Entwicklung. Deshalb komme es beinahe wöchentlich zu neuen Spekulationen über die diversen Privatisierungsvorhaben der österreichischen Regierung. Neben der Post will sich der österreichische Staat unter anderem ganz oder teilweise von seinen Beteiligungen an der Telekom Austria, am Stahlkonzern Voestalpine, am Erdölkonzern OMV, an der Österreichischen Bundesbahn und an Austrian Airlines trennen.

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