Interessenten mit Kritik
Rätselraten um Alitalia-Bieter

Die italienische Regierung möchte gerne ihre Fluggesellschaft Alitalia loswerden. Zunächst erschien dieses Unterfangen auch vielversprechend, doch nun drohen die Bieter sich zu verabschieden: Aeroflot wirft den Italienern Preistreiberei vor, Air One beklagt zu wenig Transparenz – es wird knapp für das stetig Verluste einfahrende Unternehmen.

MAILAND/MOSKAU. Verwirrung bei der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia: Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete gestern unter Berufung auf zwei Quellen, dass sich Aeroflot aus dem Rennen um die italienische Fluggesellschaft zurückziehen will. Damit werden die Chancen für die italienische Regierung immer geringer, Alitalia erfolgreich zu verkaufen.

Die Regierung in Rom hatte im Frühjahr rund die Hälfte der Aktien an der Fluggesellschaft zum Verkauf ausgeschrieben. Da sich die Private-Equity-Fonds um die Texas Pacific Group im Mai bereits zurückgezogen haben, sind nur noch zwei Bieter im Rennen: Aeroflot und die italienische Gesellschaft Air One.

Und auch Air One hat vergangene Woche Air One bereits Zweifel angemeldet, ob eine Übernahme von Alitalia tatsächlich sinnvoll ist. Carlo Toto, der über die AP Holding Air One kontrolliert, hat sich beschwert, nicht genügend Zugang zu den Unternehmensdaten zu haben, um ein verbindliches Angebot vorlegen zu können. Außerdem hat Toto bei seiner Beschwerde einen Formfehler begangen, der ihn theoretisch ganz aus dem Rennen werfen könnte.

Ursprünglich sollen die Interessenten ihre verbindliche Offerte bis zum 2. Juli vorlegen. Doch angesichts der Schwierigkeiten erwägt die Regierung derzeit, den Termin zu verschieben, wie es aus Rom verlautet.

Bei Interfax hieß es zunächst, der neu gewählte Vorstand der russischen Aeroflot werde auf der Hauptversammlung am 23. Juni zu Alitalia eine Mitteilung zum Rückzug aus dem Bieterverfahren machen. Später dementierte Aeroflot den Bericht zwar: „Im Moment bieten wir für Alitalia“, sagte Aeroflot-Vize Lew Koschljakow. Eine Sprecherin räumte aber ein, man sei mit den „derzeitigen Preisbedingungen“ nicht zufrieden.

Ähnlich hatte sich bereits der erst kürzlich im Amt bestätigte Aeroflot-Chef Walerij Okulow geäußert: Die italienische Regierung versuche derzeit, den Profit aus dem Verkauf zu maximieren, hatte er durchblicken lassen. Aeroflot werde daher die Bedingungen des Verkaufs aufmerksamer prüfen, sagte der Schwiegersohn des verstorbenen Ex-Präsidenten Boris Jelzin.

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