Interimschef Mühlenbach
Karstadt vor neuer Sparrunde

„Wir haben heute kein Liquiditätsproblem“, sagt Karstadt-Interimschef Müllenbach. Doch Karstadt schreibt hohe Millionen-Verluste. Müllenbach verrät, wie hoch diese ausfallen – und kündigt einen Umbau ohne Tabus an.
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DüsseldorfKarstadt-Chef Miguel Müllenbach stimmt den Warenhaus-Betreiber auf eine neue Sparrunde ein. „Dabei können wir uns keine Tabus mehr in der Hauptverwaltung, der Logistik oder den Filialen leisten“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). „Unsere Betriebskosten waren und sind nach wie vor zu hoch für unser Geschäftsmodell“, sagte Müllenbach, der seit dem Abgang seiner Vorgängerin Eva-Lotta Sjöstedt das Unternehmen führt.

Die Restrukturierung müsse „aufgrund der heute niedrigeren Ertragsbasis weiter intensiviert werden“. Insgesamt habe Karstadt allein im Geschäftsjahr 2012/13 rund 100 Millionen Euro Einzelhandelsumsatz abgegeben und operativ 124 Millionen Euro Verlust geschrieben, so Müllenbach, der zugleich Finanzchef ist. Der Gesamtumsatz sei von 2,9 Milliarden im Vorjahr auf 2,7 Milliarden 2012/13 gesunken. Die Zahlen werden in diesen Tagen im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die bisher ergriffenen Maßnahmen hätten nicht ausgereicht, sagte Müllenbach. „Ursprüngliches Ziel war es, defizitäre Sortimentsbestandteile herauszunehmen und durch profitablere und zukunftsweisendere Bestandteile zu ersetzen. Dies ist leider nicht wie geplant gelungen. Zusätzlich war auch die strukturelle Verschiebung von Umsätzen vom stationären Handel hin zum Online-Handel für uns stark spürbar – ohne dass wir selbst vom Online-Wachstum profitieren konnten.“

Trotz der schweren Situation sei Karstadt handlungsfähig, sagte Müllenbach: „Wir haben heute kein Liquiditätsproblem, sondern wir müssen zügig unsere Profitabilität verbessern.“

Das vollständige Interview mit Miguel Müllenbach finden Sie als Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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