Internationale Tourismusbörse: Die Deutschen reisen wieder um die Wette

Internationale Tourismusbörse
Die Deutschen reisen wieder um die Wette

Vulkanasche legte das Fluggeschäft lahm, Urlauber mussten aus Krisengebieten heimgeholt werden - die Reisebranche hatte es wahrlich nicht einfach. Ihren Optimismus für das laufende Jahr dämpft das allerdings nicht.
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Düsseldorf/BerlinDie Bundesbürger werden ihrem Ruf als Reiseweltmeister aus Branchensicht auch in diesem Jahr gerecht. „2011 wird sicherlich ein Spitzenjahr“, sagte Klaus Laepple, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, am Dienstag in Berlin. „Wir werden das bisherige Spitzenjahr 2008 in nahezu allen Bereichen übertreffen.“

Beim Gastgewerbe erwarte er eine Umsatzzunahme von 1,5 bis zwei Prozent, im Luftverkehr könne nach 190 Millionen Passagieren im Vorjahr die Marke von 200 Millionen geknackt werden. Bei Autoreisen sei ein Plus von drei bis fünf Prozent denkbar, sagte Lapple vor der weltgrößten Reisemesse ITB, die an diesem Mittwoch beginnt.

Im Trend liegen demnach immer noch Städte- und Kulturreisen sowie Wellness- und Gesundheitsangebote. Nach dem Krisenjahr 2009 hatte die Reisebranche im vergangenen Jahr wieder zugelegt. „Die Branche ist im Aufwind“, sagte Jürgen Büchy, der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), der die deutschen Reisebüros und Veranstalter vertritt.

Die Vorausbuchungen liegen nach Büchys Angaben derzeit deutlich über dem Vorjahreswert. „An diesem Trend ändern auch die Ereignisse in der arabischen Region nichts.“ Reisen nach Ägypten und Tunesien seien nach den Aufständen wieder möglich, die Buchungen zögen wieder an. „Der wirtschaftliche Aufschwung wirkt sich positiv auf die Konsumbereitschaft der Bundesbürger aus. Die Menschen geben endlich wieder Geld aus, auch und gerade auch für Reisen“, sagte Büchy.

Die Zahlen der Reisebranche untermauern den Optimismus ihrer Branchensprecher. 380 Millionen Übernachtungen zählte die Fremdenverkehrswirtschaft 2010, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu kommen etwa 3,5 Milliarden Tagesreisen – ein Viertel geschäftlich, drei Viertel privat und touristisch.

„Wenn nichts Böses dazwischenkommt“, so der Düsseldorfer Reisebüroinhaber Laepple, werde 2011 in puncto Umsatz, Gäste- und Passagierzahlen „ein neues Rekordjahr, das sogar die Rekorde aus dem Vorkrisenjahr 2008 übertrifft“.

Auf Auslandsreisen haben die Deutschen 2010 etwa 60 Millionen Euro ausgegeben. Fast genauso viel floss in die Kassen der inländischen Tourismusbranche, berichtet der BTW. Das Umsatzverhältnis zwischen In- und Ausland sei fast ausgeglichen. Laepple führt dies auf das steigende Interesse ausländischer Urlauber an Deutschland zurück. Dennoch gebe es viel Potenzial, die Zahl ausländischer Übernachtungen von heute 60 auf 80 Millionen im Jahr zu steigern.

„Deutschland hat sich zu einem schicken Reiseziel entwickelt, da hat die Deutsche Zentrale für Tourismus ganze Arbeit geleistet“, zollt auch Martin Buck, Chef der ITB, hohes Lob. Mittelfristig werde sich Deutschland vom Quellmarkt schrittweise auch zu einem Zielgebiet entwickeln. Es zeige sich, dass immer mehr Menschen etwa aus Brasilien, China oder Indien nach Deutschland reisen.

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