Internationale Tourismusmesse
Tui sieht Wellness-Reisen als Megatrend

Europa größter Reiseveranstalter Tui ist mit kräftigen Buchungszuwächsen in die Sommersaison 2007 gestartet. Allen Unkenrufen zum Trotz laufen Pauschalreisen offenbar richtig gut. Die Buchungszahlen für das liebste Urlaubsziel der Deutschen sind allerdings leicht rückläufig.

HB HANNOVER. „Unser Geschäft brummt“, sagte Tui Deutschland-Chef Volker Böttcher vor Beginn der Internationalen Tourismusmesse ITB (7. bis 11. März) in Berlin. Allen Unkenrufen zum Trotz liefen Pauschalreisen richtig gut. Noch stärker wüchsen jedoch die Buchungen einzelner Reisebausteine. Dabei seien die höherwertigen Hotels derzeit noch mehr gefragt als die einfacheren und preisgünstigeren Unterkünfte. Tui Deutschland habe bisher etwa ein Drittel des Angebots für den Sommer verkauft und bei den Gästezahlen einen Zuwachs von 6,6 Prozent verbucht. Beim Umsatz betrage das Plus 5,5 Prozent. Die geringe Differenz zeige, dass das Wachstum nicht durch Rabatte und damit gewonnene höhere Teilnehmerzahlen erkauft worden sei. Deshalb sei man sehr zufrieden, sagte Böttcher. „Wir wachsen derzeit stärker als der Markt.“ Auch im Wintergeschäft habe der Marktführer mit einem Umsatzplus von 4,6 Prozent etwas über dem Durchschnitt gelegen.

Die Tui-Zentrale in Hannover geht 2007 von einem Marktwachstum von zwei bis vier Prozent in der Sommersaison aus. Im Sommer machen die Reiseveranstalter rund zwei Drittel ihres Geschäftes. 2006 war der Umsatz bei Tui allerdings um 1,4 Prozent zurückgegangen. Die Gästezahlen stiegen indes um 4,4 Prozent - vor allem wegen des Wachstums beim Tui-Billigflieger HLX, der jetzt mit der Chartertochter Hapagfly zur Tuifly zusammengelegt worden ist.

Bei den Reisezielen seien vor allem die Klassiker rund ums Mittelmeer mit teilweise zweistelligen Zuwachsraten wieder gefragt, berichtete Böttcher. Auch die Türkei, die im vorigen Jahr unter anderem wegen Vogelgrippe und Karikaturenstreit einen Gästerückgang von 28 Prozent hinnehmen musste, erlebe ein Comeback. Die Zuwachsrate von 50 Prozent sei aber zum Teil auf Aufholeffekte zurückzuführen.

Der Deutschen liebstes Urlaubsziel im Mittelmeer Mallorca schwächele dagegen derzeit mit einem Minus von fünf Prozent - allerdings von einem sehr hohen Niveau aus. Dabei müsse zudem berücksichtigt werden, dass Mallorca im vorigen Jahr am meisten von der Türkei-Schwäche profitiert hatte. Bei den Fernreisen gebe es weiterhin einen Boom, Städtereisen seien mit einem Zuwachs von 9 Prozent weiter sehr beliebt und das Thema Wellness entwickele sich zum „Megatrend“.

Zum Thema Klimawandel und den Diskussionen um eine entsprechende Abgabe für Fluggäste sagte Böttcher, es sei die Frage, ob eine solche Maßnahme sinnvoll sei. Er erwarte nicht, dass sich Urlauber vom Fliegen abhalten ließen. Aber was den Flugverkehr angehe, müsse man noch Antworten finden. Böttcher verwies auf das Umweltmanagement der Tui rund um die Ferienhotels. Das fuße auf der Einsicht: „Wir sägen den Ast nicht ab, auf dem wir sitzen.“ Außerdem sollten Urlauber kein schlechtes Gewissen haben müssen.

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