Internationalisierung angestrebt
Saudis gründen Billigflieger

Der Wettbewerb in der internationalen Luftfahrt spitzt sich durch neue und aggressiv expandierende Fluggesellschaften aus den Golfstaaten zu. Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten mit den Fluggesellschaften Emirates aus Dubai und Etihad aus Abu Dhabi schafft sich auch Saudi-Arabien eine schlagkräftige Struktur. Das Flugangebot der Staatslinie Saudia und der Luxuslinie Al Khalaya soll ein Billigflieger ergänzen. Erklärtes Ziel ist die Internationalisierung aller drei Linien.

DÜSSELDORF. Nasair, eine Tochtergesellschaft von National Air Services (NAS), soll sich als kostengünstige Alternative für saudische Familien, Gastarbeiter und Pilger etablieren. „Der Börsengang ist für Ende 2008 avisiert. Die Erlöse sollen in die weitere Internationalisierung fließen“, sagte Claus Fischer, Vorstandsmitglied von Nasair dem Handelsblatt. Auf Expansionskurs ist auch die schon im Jahr 2005 gegründete Fluglinie Al Khalaya, die ausschließlich Business Class anbietet. Die Luxuslinie soll auf Flüge nach Europa sowie in andere Golfstaaten spezialisiert werden. „Die Nachfrage für Shopping- und Krankenhaustourismus ist enorm“, sagte Fischer. Der frühere Manager des Billigfliegers DBA ist Mitglied eines internationalen Teams, das die Expansion beider Linien vorantreiben soll. Vorstandschef ist der Brite Peter Griffiths, ein Airbuspilot, der früher für Easyjet arbeitete und als Professor an der Universität Oxford lehrt.

Die saudische Regierung macht mit der Vergabe von Fluglizenzen nicht nur ihrer seit Jahren schwächelnden Staatslinie Saudia Konkurrenz, die sich mittelfristig auf die Langstrecke konzentrieren soll, sondern greift auch in den internationalen Wettbewerb ein. „Durch die Deregulierung wird die Leistungsfähigkeit des Luftverkehrs in den Golfstaaten gestärkt, und das wird sich mittelfristig auch im internationalen Wettbewerb niederschlagen“, sagte Jürgen Ringbeck, Luftverkehrsexperte der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton.

Vorbilder sind die Fluggesellschaften Qatar Airways und Emirates. Vor allem die Fluglinie aus Dubai mischt den internationalen Luftverkehr seit Jahren auf. Emirates ist mit einer Gewinnmarge von elf Prozent eine der profitabelsten Airlines der Welt und expandiert aggressiv. Mit 45 Maschinen ist die Linie der größte Einzelkunde des Riesen-Airbus 380. Zum Vergleich: Der nächstgrößere Kunde ist Lufthansa mit 15 Bestellungen. Die Heimatbasis von Emirates, der Flughafen in Dubai, soll zur internationalen Drehscheibe ausgebaut werden. Bis 2010 soll sich die Zahl der Passagiere auf 60 Millionen mehr als verdoppeln.

Deutschlands Luftverkehrsunternehmen ist der massive Ausbau von Flugzeugflotten und Luftverkehrsinfrastruktur in den Golfstaaten ein Dorn im Auge, da Umsteigepassagiere auf Interkontinentalverbindungen wie New York-Mumbai nicht mehr in Frankfurt, sondern in Dubai den Flieger wechseln.

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