Interne Nachforschungen der Fluggesellschaft
Datenschutzbehörde prüft Ermittlungen gegen Lufthansa

Die Lufthansa-Ermittlungen zum Aufspüren eines „Informanten-Lecks“ im eigenen Aufsichtsrat beschäftigen jetzt auch die Datenschutzbeauftragte Nordrhein-Westfalens.

HB DÜSSELDORF. Ein Sprecher der Behörde bestätigte am Dienstag, sollte die Lufthansa unbefugt auf persönliche Reisedaten zugegriffen haben, drohten dem Unternehmen laut Paragraf 43 Bundesdatenschutzgesetz bis zu 250 000 Euro Geldbuße.

Die Lufthansa hatte in der vergangenen Woche interne Nachforschungen eingeräumt, gleichzeitig aber betont, dass „mit rechtlich einwandfreien Mitteln“ geprüft worden sei. Kein Journalist sei ausspioniert worden. Die „Financial Times Deutschland“ geht davon aus, dass Reisedaten eines damaligen Redakteurs mit denen eines Lufthansa-Aufsichtsrats abgeglichen worden seien, um die Weitergabe vertraulicher Unternehmensinformationen in Zukunft zu unterbinden.

„Wir schreiben heute den Lufthansa-Vorstand an, um zu erfahren, welche Daten zu welchen Zwecken erhoben wurden“, sagte Nils Schröder, stellvertretender Sprecher der NRW-Datenschutzbeauftragten. Das Unternehmen, das auch einen Sitz in Köln hat, sei gesetzlich zur Auskunft verpflichtet.

Die Datenschutzbehörde habe das Interesse der Lufthansa an Aufklärung wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Aktiengesetz abzuwägen gegen die Datenschutzrechte der Betroffenen. „Es gibt kein abstraktes Recht zur Selbstjustiz“, stellte Schröder fest. Für die Verfolgung von Straftaten seien staatliche Stellen zuständig. Paragraf 28 des Bundesdatenschutzgesetzes regelt jedoch auch zulässige Erhebungen personenbezogener Daten für eigene Geschäftszwecke.

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