Internes Papier enthüllt Vorhaben
Bahn will Lohnerhöhung im Fernverkehr verschieben

Die Deutsche Bahn will angeblich die Lohnerhöhung für die Mitarbeiter im Personenfernverkehr, die für Mai 2004 vorgesehen war, um ein Jahr verschieben. Das berichtete am Freitag die Berliner Zeitung.

HB FRANKFURT. Mit der Verschiebung der im März beschlossenen Gehaltserhöhung um 3,2 Prozent solle dem Ergebniseinbruch im Fernverkehr entgegen gewirkt werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ein internes Papier der DB Fernverkehr. Als Alternative zum vorläufigen Wegfall der Gehaltserhöhung solle den mehr als 21 000 Mitarbeitern im Fernverkehr unter anderem eine „Erhöhung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden in den Jahren 2004 und 2005, eine Reduzierung der Freizeitguthaben und/oder des Urlaubsanspruches um das Volumen aus der Erhöhung“ angeboten werden. Führungskräfte sollten zudem auf Gehaltserhöhungen verzichten.

Sollten die Mitarbeiter nicht zu diesen Einsparungen bereit sein, drohe ein weiterer Stellenabbau, meldete das Blatt. Bei der Bahn war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Aus Unternehmenskreisen hatte es vor wenigen Tagen geheißen, die Bahn wolle ihre Profitabiliät auch durch Stellenabbau steigern. Nach bisheriger Planung solle zwischen 2003 und 2007 fast eine halbe Milliarde Euro bei den Personalkosten gespart werden, was einen Abbau von etwa 37



000 Stellen bis 2007 bedeuten würde.

In den ersten neun Monaten hatte die Bahn im Fernverkehr trotz des geänderten Preissystems und massiver Investitionskürzungen einen Betriebsverlust nach Zinsen von fast 370 Millionen Euro verzeichnet, wie es in einen internen Bahn-Papier hieß, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Der Umsatz lag mit 2,23 Milliarden Euro um mehr als elf Prozent unter Vorjahr und mehr als 20 Prozent unter Plan.

Nach früheren Angaben aus Unternehmenskreisen rechnet die Bahn 2003 im Fernverkehr mit gut 600 Millionen Euro weniger Einnahmen als geplant. Wegen des besser als erwarteten Nahverkehrs und des überplanmäßigen Geschäfts im Güterverkehr will der Konzern den Betriebsverlust insgesamt aber auf gut 200 Millionen Euro begrenzen.

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