Internet-Auktion
Ebay dringt ins Revier von Amazon ein

Ebay verändert seine Strategie. Das Internet-Auktionshaus will sein traditionelles Stammgeschäft der Auktionen zurückfahren, mehr Waren zum Festpreis anbieten - und damit seinen Konkurrenten Amazon direkt angreifen.

DÜSSELDORF. Ebay hat am Mittwoch eine Reihe von Reformen auf seiner Online-Plattform vorgestellt, die das Angebot an Waren zu festgelegten Preisen deutlich erhöhen sollen. Das traditionelle Stammgeschäft der Auktionen verliert dadurch an Bedeutung.

Ebay nähert sich damit dem Geschäftsmodell Amazons an. "Das Unternehmen entwickelt sich zu einem normalen Händler und weg vom Auktionshaus", sagte Victoria Bracewell Lewis, Analystin des Marktforschers Forrester. Der weltgrößte Online-Händler Amazon verkauft auf seinen Marktplätzen ausschließlich Waren, deren Preise festgelegt sind.

Mit seinem Konzept wächst Amazon seit längerem deutlich schneller als Ebay. Das US-Unternehmen steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal zwar um 20 Prozent auf 2,2 Mrd. Dollar, allerdings kam der Zuwachs vor allem von den kleineren Konzerntöchtern Paypal und Skype. Das Kerngeschäft der Online-Marktplätze legte dagegen nur um neun Prozent zu. Dagegen verbuchte Amazon zuletzt ein Umsatzplus von 41 Prozent auf 4,1 Mrd. Dollar.

Ebay kämpft vor allem mit dem veränderten Einkaufsverhalten der Konsumenten: Nutzten sie das Internet in den ersten Jahren vor allem zur Schnäppchenjagd, erledigen sie heute viele alltägliche Einkäufe im Netz. Für diese sind Fixpreisangebote aber deutlich attraktiver als Auktionen: Sie können mit wenigen Maus-Klicks erledigt werden, das gewünschte Produkt wird sofort geliefert und es besteht keine Gefahr, überboten zu werden.

Diese Entwicklung hat sich auch bei Ebay bereits deutlich niedergeschlagen. Schon heute machen die "Sofort kaufen"-Produkte 42 Prozent aller Verkäufe aus. Analysten rechnen damit, dass der Konzern noch in diesem Jahr mit diesen Festpreis-Waren mehr umsetzen wird als mit Auktionen.

Diese Entwicklung will Ebay-Chef John Donahoe nun mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen beschleunigen. So wird in Deutschland ab 25. September die Sichtbarkeit einer großen Zahl von Fixpreisangeboten erhöht. Diese wurden bisher in den separat aufgeführten Shops professioneller Händler geführt, werden nun aber in die normalen Ergebnislisten integriert. Dadurch verdoppelt sich auf einen Schlag die Zahl der direkt sichtbaren Produkte auf rund 18 Millionen.

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