Internet bei der Bahn Das neue Surfen im ICE hat weiter Grenzen

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Bis Ende 2016 wird die ICE-Flotte umgerüstet

Was kann den Internet-Nutzer ausbremsen?

Insgesamt soll der Internet-Zugang im ICE „deutlich schneller und stabiler“ werden als bisher, verspricht die Bahn. Es gilt aber auch: Je mehr Geräte am zuginternen WLAN hängen, desto geringer die Bandbreite für jeden Einzelnen. Außerdem sind die Mobilfunknetze entlang der ICE-Trassen unterschiedlich stark. „Wir können nur das einsammeln, was da draußen ist. Weiterhin ist das eine Begrenzung unseres Systems“, erläutert Bahn-Fernverkehrschefin Birgit Bohle.

Zehn Megabit pro Sekunde sieht die Bahn als minimale Bandbreite an, um allen Fahrgästen noch eine halbwegs komfortable Internet-Verbindung ermöglichen zu können. An 15 Prozent der ICE-Strecken werde das jedoch auch mit der neuen Technik nicht erreicht. Auf diesen Abschnitten kann eine Verbindung abreißen, muss es aber nicht, denn oft sind die Lücken nur kurz und deshalb kaum spürbar.

Das ist die neue Generation auf der Schiene
Eine neue Generation geht an den Start
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Der ICE 4 wurde am 14. September 2016 in Berlin offiziell vorgestellt. Ab Ende 2017 geht er in Dienst und soll dann Schritt für Schritt die Züge der ersten beiden Generationen ablösen. Seit 25 Jahren fährt der Hochgeschwindigkeitszug durch Deutschland.

Startschuss für den Hochgeschwindigkeits-Verkehr: Der ICE 1
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Der Intercity-Express hieß anfangs noch Intercity Experimental. Denn für die Deutsche Bahn war es eine Revolution. Der Hochgeschwindigkeits-Fernverkehr wurde auf Triebzüge umgestellt. Bis in die achtziger Jahre galten Lokomotiv-bespannte Züge als das Nonplusultra. 1987 bestellte die damalige Bundesbahn 41 ICE-Züge. Kostenpunkt 2,1 Milliarden D-Mark oder gut eine Milliarde Euro.

Premiere 1991
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In Betrieb gingen die Züge vor genau 25 Jahren, parallel zur Eröffnung der ersten Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Würzburg. Später bestellte die Bahn noch einmal 19 Züge nach. Der schwärzeste Tag dieser ersten ICE-Generation war der 3. Juni 1999. In Eschede entgleiste ein Zug, 101 Menschen kamen ums Leben. Der ICE 1 fährt maximal 280 Stundenkilometer schnell.

Die Marketingidee: Der ICE 2
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Die Idee für eine zweien Generation von ICE-Zügen kam eigentlich aus der Marketingabteilung der Bahn, die gerade (1994) privatisiert worden war. Denn die 44 ICE bestanden im Gegensatz zu ihrem Vorgänger mit maximal 14 Mittelwagen nur noch aus sechs Mittelwagen. Dafür sind zwei Züge koppelbar. Die Bahn...

Doppelzug für doppelt so viel Strecke
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...wollte mehr Flügelzüge einsetzen. So wird die Linie Berlin – Rheinland noch heute in Hamm getrennt, ein Zug fährt über das nördliche Ruhrgebiet nach Köln, der andere durch das südlich gelegene bergische Land. Hier hat es noch keinen Totalausfall gegeben. Alle Triebzüge sind bis heute im Einsatz. Höchstgeschwindigkeit 280 Stundenkilometer.

Der Kurvenspezialist: Der ICE T
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Um auch auf kurvenreichen Strecken schneller voranzukommen ohne dass die Gleisanlagen für Milliarden umgebaut werden müssen, entwickelte die Industrie auf Betreiben der Bahn in den neunziger Jahren den ICE T. 1999 und 2000 gingen insgesamt 70 Züge in Betrieb, deren Höchstgeschwindigkeit mit 230 Stundenkilometer naturgemäß geringer liegen konnte als bei den anderen ICEs.

Gute Kurvenlage
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Das Besondere an diesen Fahrzeugen ist die so genannte Neigetechnik. Die Triebzüge legen sich regelrecht in die Kurven – was allerdings nicht alle Fahrgäste als angenehm empfinden. Die ICE T waren die ersten Fernzüge, bei denen Fahrgäste in den Lounges der Endwagen dem Lokführer sozusagen über die Schulter sehen konnten.

Wie weit ist die Bahn mit der Umrüstung?

Die neue WLAN-Technik ist nach Angaben der Bahn in 90 Prozent der 250 ICE eingebaut, bis Jahresende sollen alle Züge der Flotte umgerüstet sein. Die Bahn investiert in diese Technik und ein neues Unterhaltungsprogramm mit Spielfilm-Angeboten rund 120 Millionen Euro.

Was ändert sich noch, zum Beispiel beim Telefonieren?

Der Abbruch von Telefonaten in ICE und Intercitys soll bald die Ausnahme sein. Dafür installiert die Bahn in 3750 ICE- und Intercity-Wagen – dem Großteil ihrer Flotte – neue Signalverstärker (Repeater) für den Mobilfunk. In einem ersten Schritt werden bis Sommer 2017 in den Handy-Bereichen der ICE die alten Repeater durch neue ersetzt. Bis Ende 2018 sollen die übrigen Wagen folgen.

Neu ist auch, dass die Fahrgäste dank der Repeater den Internet-Datentarif ihres eigenen Anbieters nutzen können. Sie haben so außer dem Bahn-WLAN eine Zusatzmöglichkeit zum Surfen. Repeater sind zum Datenaustausch für Handys nötig, weil die Außenhüllen der Fernzüge nahezu undurchlässig für Mobilfunksignale sind.

  • dpa
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