Internet verändert Branche
Versandhandel erwartet drei Prozent Wachstum

Erstmals seit vier Jahren rechnen die Versandhändler in Deutschland in diesen Jahr wieder mit Wachstum. Dank des boomenden Online-Einkaufs, der gestiegenen Kauflaune und der Vorzieheffekte wegen der Mehrwertsteuererhöhung 2007 könnte die Branche in diesem Jahr um drei Prozent und mehr wachsen.

tel FRANKFURT. Diese Erwartung äußerte am Montag der Präsident des Bundesverbandes des deutschen Versandhandels (BVH), Rolf Schäfer. „2007 wird aber wieder ein schwieriges Jahr werden“, fügte Schäfer hinzu. Er gehe nicht davon aus, dass die Ausgabefreudigkeit der Bürger in dem bisherigen Maße anhalten wird – zumindest nicht, wenn es um die Anschaffung langlebiger Konsumgüter geht.

Im vergangenen Jahr ist die Versandhandelsbranche der Statistik des Verbandes zufolge um 1,2 Prozent auf ein Volumen von rund 20 Mrd. Euro geschrumpft. Die umsatzstärkste Gruppe der Universalversender wie Quelle, Otto und Neckermann büßte dabei neun Prozent Umsatz ein; die reinen Internetversender legten dagegen um 20 Prozent zu. Teleshopping-Anbieter steigerten ihren Umsatz um 15,5 Prozent.

Weil das Internet die Versandhandelslandschaft in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert hat, neue Bestellwege und neue Vertriebswege entstanden sind, hat sich der Verband entschlossen, den Markt neu zu analysieren und zu kategorisieren. Bislang nicht in der Statistik erfasst wurden etwa Fachhändler, die über Internet-Plattformen wie Ebay verkaufen (so genannte Powerseller). Auch Anbieter aus dem stationären Handel, die über das Internet verkaufen (Beispiel: Douglas.de) und Hersteller-Versender (beispielsweise Modemarken wie Esprit.com oder mexx.com) wurden bislang nicht berücksichtigt.

Das Marktforschungsinstitut TNS Infratest hat im Auftrag des Verandhandelsverbandes mehr als 2 000 Bürger in Deutschland befragt und so Rückschlüsse auf das Volumen des Marktes gezogen. Danach liegt der Versandhandelsumsatz aktuell bei 26,3 Mrd. Euro, ist also rund 30 Prozent größer als bislang statistisch erfasst. Am Einzelhandelsumsatz in Deutschland hat die Versandhandelsbranche einen Anteil von knapp sieben Prozent.

Das größte Gewicht im Versender-Markt haben Anbieter, die ihre Waren sowohl per Katalog als auch per Internet verkaufen. Diese so genannten Multi-Channel-Versender bestimmen mit einem Umsatz von 17,5 Mrd. Euro zwei Drittel des Marktes. Die reinen Internet-Versender folgen an zweiter Stelle mit einem Umsatz von drei Mrd. Euro, gefolgt von den Powersellern (zwei Mrd. Euro Umsatz) und Teleshopping-Versendern (1,3 Mrd. Euro). Fast jeder zweite Euro im Versandhandel wird im Bereich Bekleidung, Textilien und Schuhe umgesetzt.

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