Internetgeschäft in Deutschland legt 2005 zweistellig zu
Online-Handel verdrängt das Kataloggeschäft

Onlinbestellungen im Internet verdrängen zunehmend das Kataloggeschäft deutscher Versender. „2005 werden die elektronischen Web-Shops mit 6,1 Mrd. Euro 24 Prozent mehr Waren verkaufen als im Jahr zuvor“, sagte Thomas Lipke, Vorstand des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (BVH), gestern in Düsseldorf.

cs/ap HB DÜSSELDORF. Dabei seien die schätzungsweise 2,5 Mrd. Euro, die über Ebay abgerechnet würden, nicht berücksichtigt. Das Gesamtgeschäft der heimischen Versandwirtschaft werde dagegen 2005 um zwei Prozent schrumpfen – und damit unter die Grenze von 20 Mrd. Euro rutschen.

Der Versandhandelsbranche stehen damit weitere Umwälzungen ins Haus. Sie beschäftigt deutschlandweit 64 000 Mitarbeiter und hat schon 2004 über acht Prozent ihres Umsatzes verloren. In fünf Jahren, glaubt der Branchenverband, könnte die Hälfte des gesamten Versandhandelsvolumens online erzielt werden.

Die Zahl der Internet-Shopper wächst ebenso rasant wie kontinuierlich. Nach Berechnungen der Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (Acta) haben seit Jahresbeginn 50 Prozent aller 14- bis 64-jährigen Deutschen im Internet gekauft – fünfmal so viel wie im Jahr 2000.

Deutschlands größter Versandhändler Karstadt-Quelle zog daraus in der vergangenen Woche Konsequenzen: Ihren fast 70 Jahre alten Versender Neckermann wollen die Essener weitgehend in ein Online-Portal verwandeln. Das Kataloggeschäft soll in fünf Jahren mit 25 Prozent Umsatzanteil zum Randgeschäft werden. Nach Gewerkschaftsangaben will Karstadt-Quelle bei seinen Versandhäusern Quelle und Neckermann 1 000 Stellen streichen. Quelle-Aufsichtsrat und Verdi-Funktionär Johann Rösch sagte nach einer Betriebsversammlung am Montag in Fürth, offen sei noch, an welchem der Standorte wie viele Arbeitsplätze zur Disposition stünden. Konzernchef Thomas Middelhoff sagte Rösch zufolge, rund 1 000 Arbeitsplätze seien überzählig. Karstadt-Quelle-Sprecher Jörg Howe lehnte eine Stellungnahme ab. Heute ist eine weitere Betriebsversammlung bei Neckermann in Frankfurt am Main geplant.

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