Internethandel: Die Leiden der großen Offline-Buchhändler

Internethandel
Die Leiden der großen Offline-Buchhändler

Während sich Bücher übers Internet prächtig verkaufen, entwickeln sich großflächige Buchhandlungen in Innenstädten zunehmend zu einem Verlustgeschäft. Das trifft nicht nur Thalia, sondern gilt für die gesamte Branche.
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HagenLange Gesichter bei Douglas. Nachdem auch das Weihnachtsgeschäft mit Parfüm, Schmuck, Mode, Süßem und Büchern unter den Erwartungen blieb, muss der börsennotierte Handelskonzern seine Schwachstellen schnellstens ausmerzen. An vorderster Stelle steht die Buchgruppe Thalia.

Douglas droht mit der zweitstärksten Abteilung nach den Parfümerien den Anschluss an die Branche zu verlieren. Das traditionelle Buchgeschäft in den 300 Läden leidet unter dem Wandel der Käuferinteressen. Aber nicht nur Thalia muss sich sputen.

Buchhändler haben es momentan alle schwer. Der Internethandel gräbt den Ladengeschäften schon seit Jahren den Umsatz ab. Nur noch gut die Hälfte der Bücher in Deutschland werden tatsächlich im Laden gekauft, der Rest geht über andere Kanäle wie Versand oder Internet. Für die Buchhändler hat das zum Teil dramatische Folgen. 2011 sank der Umsatz in den Buchfilialen um etwa drei Prozent. Und dieser Trend wird anhalten, schätzt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

„Wir gehen davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren der Umsatz im stationären Buchhandel um bis zu 15 Prozent zurückgehen wird“, sagt Heinrich Riethmüller, der die Interessen der deutschen Sortimentsbuchhändler im Branchenverband vertritt. Der Buchhandel habe den Siegeszug von Internethändlern wie Amazon gehörig unterschätzt. „Mit einer solchen Wucht hat das keiner erwartet.“ Wer zu spät damit begann, sein Geschäft darauf einzustellen, etwa mit einem eigenen Onlinestore, der hat jetzt das Nachsehen.

Besonders hart trifft der Trend zum Buchkauf per Internet laut Experten die großflächigen Buchhandlungen. Diese sind meist in teuren Innenstadtlagen zu finden. Bleiben die Kunden weg, müssen die Händler dennoch die hohen Fixkosten für Miete oder Personal stemmen.

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  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sparen in diesem Fall der richtige Weg ist - bezüglich der Verkleinerung der Läden. Man bekommt jetzt schon kaum Bücher abseits des Mainstreams in den Buchhandlungen und dieser Schritt wird diesen Umstand nur noch verschlimmern. Wovon am Ende wieder Amazon und Co. profitieren, da die eine nahezu unerschöpfliche Vielfalt bieten.

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