Internetplattform
Scout findet Wachstum

Immobilienkrise? Flaute auf dem Automarkt? Für die Betreiber der Internetplattform Scout24 ist dies alles kein Thema. Die 1998 gestartete Firma, die der zahlenden Kundschaft virtuelle Marktplätze anbietet, ist ein Gradmesser für die gesamte Online-Branche. Warum sich die Internetfirma auf der Gewinnerseite wähnt.

MÜNCHEN. "Wir spüren von der Krise nichts", sagt Geschäftsführer Martin Enderle. "Unser Ziel ist es, jedes Jahr um 20 Prozent zu wachsen", berichtet er. Und das Tempo habe man auch im ersten Quartal 2009 gehalten.

Der Aufstieg von Scout24 ist für die Online-Branche ein Gradmesser. Die von München und Berlin aus betriebene Firma ist nämlich nur dann erfolgreich, wenn die von ihr vermittelten Online-Anbieter erfolgreich sind. Schließlich verscherbelt Scout24 nichts auf eigene Rechnung, sondern offeriert der zahlenden Kundschaft virtuelle Marktplätze. Und sie alle wachsen rasant.

Die Wirtschaftsflaute, glaubt Enderle, werde den Trend zum Internethandel sogar noch beschleunigen. "Viele klassische Werbebudgets werden aus Kostengründen gestrichen. Um dennoch präsent zu sein, geht man dann ins Internet." Dort sei das finanzielle Risiko wegen der niedrigen Werbepreise gering, der Erfolg dagegen sofort messbar.

Der 1998 gestarteten Internetfirma, die kurzzeitig dem Metro-Gründer Otto Beisheim gehörte und seit 2004 als Tochter der Deutschen Telekom geführt wird, verspricht das ein florierendes Geschäft. Wurden über die Töchter Immobilienscout24, Autoscout24 und Financescount24 vor drei Jahren noch Waren und Dienstleistungen im Wert von 43 Mrd. Euro vermittelt, schätzt Enderle das Volumen heute auf 60 Mrd. Euro. In Branchenkreisen heißt es, die Gruppe komme zusammen mit ihren weiteren Töchtern Friendscout24 und Jobscout24 auf einen internen Umsatz von 300 Mio. Euro.

Von einer neuen Internet-Blase will man bei Scout24 dennoch nichts wissen. "In der gegenwärtigen Krise trennt sich die Spreu vom Weizen", sagt Geschäftsführer Enderle. "Unternehmen, die kein solides Geschäftsmodell vorzuweisen haben, gehen nun unter Wasser."

Scout24 sieht sich auf der Gewinnerseite. Selbst wenn Autohäuser wie der Münchener BMW-Händler Buchner + Linse und Fertighaus-Hersteller wie Kampa in die Insolvenz driften, hat Enderle keinen Einbruch zu befürchten. Auch dann, wenn Wettbewerber vom Markt verschwinden, blieben Häuser oder Autos übrig, die an den Endkunden gebracht werden wollen.

Obwohl man derzeit viel Kapital in die Expansion stecke, sei man mit allen Marktplätzen profitabel, berichtet der Geschäftsführer. Das Geld kommt nicht nur von den Marktplatzkunden. Zwischen 20 und 30 Prozent der Einnahmen verbucht die Telekom-Tochter inzwischen über Werbepartner. Vom Baufinanzierer über den Autoversicherer bis hin zum Jalousienhersteller drängen Anbieter auf die Internetseiten. "Die Werbetreibenden wissen", sagt Enderle, "dass sie bei uns genau während der Kaufentscheidung zum Kunden kommen."

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