Interview Herbert Hainer
Adidas greift wegen Russland-Debakel durch

Adidas-Chef Herbert Hainer erwartet für 2014 einen deutlichen Umsatzsprung beim Sportartikel-Konzern. Ein Grund: Derzeit fließt zu wenig Ware in den russischen Markt. Und die Golfsparte habe „Fett angesetzt“.
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MünchenEs ist erst drei Wochen her, seit Adidas-Chef Herbert Hainer sein Jahresziel kassiert hat. Trotzdem sieht der Unternehmenslenker den Sportkonzern auf Kurs. Kommendes Jahr erwarte er „einen deutlichen Umsatzsprung“, sagte Hainer dem Handelsblatt. Bereits das laufende vierte Quartal werde es wieder aufwärts gehen: „Uns hilft, dass der WM-Ball und die Trikots der Nationalmannschaften für die Fußball-WM in die Läden kommen“, betonte der Manager.

Ende September hatte Hainer seine Jahresprognose deutlich zurück genommen. Umsatz und Gewinn fallen deutlich niedriger aus als noch im Sommer versprochen. Einer der Gründe: Probleme in einem neuen Distributionszentrum in Russland. Die Schwierigkeiten seien noch immer nicht behoben, sagte Hainer. „Momentan können wir nur etwa eine Million Teile pro Woche verschicken. Um die Läden ausreichend zu versorgen, wären aber etwa 1,5 Millionen Teile notwendig.“

In den nächsten Wochen sollte es aber deutlich besser werden, so Hainer. Russland ist für den nach Nike zweitgrößten Sportkonzern der Welt einer der wichtigsten Märkte. Die Franken erzielen in dem Land über eine Milliarde Euro Umsatz und betreiben mehr als 900 Läden. Das Debakel in dem Warenlager habe auch personelle Konsequenzen, so Hainer. Details dazu wollte er aber nicht nennen.

Ein weiterer Grund für die niedrigere Prognose war ein unerwartet schwaches Geschäft der Golfsparte. Die bislang sehr erfolgreiche Division „habe in den guten Jahren Fett angesetzt“, unterstrich Hainer. Daher sei es jetzt nötig, neue Impulse zu setzen. Innovationen würden vorgezogen, „außerdem müssen wir an die Kosten ran“. Es solle zwar niemand entlassen werden. Aber frei werdende Stellen würden nicht neu besetzt.

Trotz der derzeitigen Schwierigkeiten seien die der „Route 2015“ formulierten Langfristziele nicht in Gefahr. „Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Route-2015-Ziele schaffen“, sagte Hainer. Anfang kommenden Jahres würde die Arbeit an einem neuen Unternehmensplan beginnen. Hainer: „In jedem Fall bin ich dafür, wieder messbare Ziele zu formulieren. Ohne geht es nicht.“

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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  • Sehr geehrter Heinrich,

    auch wenn Sie den Drang verspüren, den Klugscheißer vom Dienst zu spielen, sollten Sie die Korrektheit ihrer Behauptungen überprüfen. Die Verwendung der Präposition "wegen" ist sowohl in Verbindung mit dem Genitiv als auch mit dem Dativ erlaubt.

    Stellt sich nur die Frage, wer unsere geliebte, ach so "schwere" Sprache korrekt einsetzen sollte.

    Einen schönen Abend.

  • Sehr geehrte Damen und Herren von der HB-Redaktion,
    auch wenn die deutsche Sprache angeblich eine "schwere" ist, so sollte sie seitens seriöser Medien dennoch korrekt eingesetzt werden. Wegen des Genitivs hätte es heissen sollen, "wegen Russland-Debakels". Nichts für ungut, aber es wäre wirklich begrüssenswert, wenn Sie die Grundlagen unserer Grammatik weiter respektierten. St. Heinrich, Bonn

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