Interview Lufthansa-Finanzchefin: „Ich war sehr enttäuscht“

Interview Lufthansa-Finanzchefin
„Ich war sehr enttäuscht“

Eine Frau als Finanzvorstand, das gibt es nicht oft in Deutschland. Bei der Lufthansa führt Simone Menne das Ressort. Im Interview spricht sich über ihre Karriere, das Arbeiten mit Männern und die Strategie der Airline.
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Frau Menne, wie sind Sie zur Lufthansa gekommen?

Über eine Bewerbung auf eine Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Was hat Sie am Fliegen fasziniert?

Die Internationalität. Ich hatte mein Leben bis nach dem Studium in Kiel verbracht. Lufthansa war für mich das Tor zur Welt.

Schüleraustausch, Auslandsstudium, das waren für Sie keine Optionen?

Ich war als Studentin mal für kurze Zeit in Frankreich, mehr war nicht üblich damals.

Waren Sie eine gute Schülerin?

Nicht so gut, wie sich das Eltern wünschen. Mein Vater hat mal gesagt: Wenn man mit so wenig Aufwand das Abitur machen kann, ist das Abitur nichts wert.

 

Sie waren schon immer effizient ...

Damals war der Leistungsdruck nicht so groß wie heute.

Was haben Sie mit der freien Zeit angefangen?

Volleyball gespielt, viel gelesen, mit Freunden ausgegangen.

Interessierten Sie sich schon damals vor allem für Finanzen?

Ich habe mich für vieles interessiert. Ich hatte Deutsch und Französisch als Leistungskurse. Nach dem Abitur habe ich aber beim Steuerberater gelernt, dann Betriebswirtschaft studiert. 

Warum das?

Meine Mutter hat auch beim Steuerberater eine Lehre gemacht. Daher kannte ich den Beruf und dachte: Auf der Basis kann man immer weiter lernen.

Eine Entscheidung der Vernunft.

Ich wollte eigentlich Fotografie lernen oder Goldschmied. Aber mein Vater sagte: Kind, mach was Vernünftiges. Kunst kannst du als Hobby machen, aber leben kann man kaum davon. So entschied ich mich, und ich glaube noch heute, mein Vater hatte recht. 

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