Interview mit Franz-Christoph Zeitler: „Kontrollfrage stellt sich noch nicht“

Interview mit Franz-Christoph Zeitler
„Kontrollfrage stellt sich noch nicht“

Das Handelsblatt spricht mit Franz-Christoph Zeitler über die Heros-Pleite und die Konsequenzen für die Branche. Zeitler ist Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

Ist nicht eine schärfere Kontrolle oder Regulierung der Branche angezeigt?

Zunächst ist es Aufgabe der Branche selbst, für Transparenz und Vertrauen gegenüber ihren Kunden zu sorgen. Die Frage, ob über bestehende Vertragsbeziehungen hinaus auch hoheitliche Kontrollen erforderlich sind, stellt sich meines Erachtens erst in zweiter Linie und nach Auswertung der aus dem aktuellen Anlass zu ziehenden Erfahrungen.

Sollte man überdenken, private Anbieter stärker in die Bargeldbearbeitung einzubeziehen?

Die Bundesbank hat in den letzten Jahren dem privaten Sektor verstärkte Geschäftsmöglichkeiten eingeräumt, insbesondere als Folge von Filialschließungen und durch ihren teilweisen Rückzug aus der Münzbearbeitung. Wir haben aber auch immer Wert darauf gelegt, einen wesentlichen Anteil der Bargeldbearbeitung in den Filialen der Bundesbank zu halten, um gerade auch in Notfall- und Krisensituationen unseren Beitrag für eine stabile Bargeldversorgung leisten zu können.

Welche Folgerungen ziehen Sie aus dem Fall Heros für den öffentlichen Auftrag der Bundesbank in der Bargeldversorgung?

Zunächst darf man nicht alle Unternehmen über einen Kamm scheren und von einem - wenn auch großen - schwarzen Schaf auf die ganze Herde schließen. Der Fall zeigt aber, wie wichtig eine funktionierende Bargeldinfrastruktur der Notenbank als Rückgrat für die Bargeldversorgung und auch als Gesprächspartner für Kreditwirtschaft und Handel ist.

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