Interview mit Helge Malchow, Verlegerischer Geschäftsführer des Verlags Kiepenheuer & Witsch
Interview: „Bücher müssen eigensinnig sein“

Der Buchmarkt kämpft mit rückläufigen Umsätzen. Helge Malchow, Verlegerischer Geschäftsführer des Verlags Kiepenheuer & Witsch, äußert sich im Handelsblatt-Interview zu den Erfolgsstrategien in einem hart umkämpften Markt.

HB: Der Buchmarkt kämpft mit rückläufigen Umsätzen. Ist die Branche Opfer der "Geiz ist geil"-Welle?

Helge Malchow: Die Krise der Buchbranche ist nicht nur konjunkturell, sondern auch strukturell. Der Rückgang der Kaufkraft in Deutschland geht einher mit Konzentrationsprozessen im Buchhandel und in der Verlagsszene.

HB: Wie sieht es bei den Verlagen mit hohem Qualitätsanspruch wie Kiepenheuer & Witsch aus?

Helge Malchow: Wir reagieren auf die Krise, indem wir die Zahl unserer Neuveröffentlichungen reduzieren. Dennoch sind wir optimistisch. Wir wissen, gerade in diesen diffizilen Zeiten suchen die Konsumenten nach Qualität bei der Buchlektüre. Daraus ergeben sich für uns neue Wachstumschancen, die wir nutzen wollen. Wir überlegen daher sehr genau, ob es für jeden neuen Buchtitel auch eine inhaltliche Notwendigkeit gibt.

HB: Können Sie das präzisieren...

Helge Malchow: Bücher müssen eigensinnig sein. Sie dürfen nicht auswechselbar sein. Das steht im Mittelpunkt unserer Überlegungen. Auch unsere Konkurrenten wie Hanser, Suhrkamp, Rowohlt oder Piper denken ähnlich.

HB: Mit dieser Strategie sind Sie wirtschaftlich erfolgreich?

Helge Malchow: Ja. Nur wenn der Kauf eines Romans oder eines Sachbuchs eine inhaltliche Notwendigkeit für den Konsumenten darstellt, dann stehen die Verkaufschancen gut. Wenn der Käufer in einer Buchhandlung vor 50 auswechselbaren historischen Romanen steht, entscheidet nur noch der Preis des Buches. HB: Ist also auch der Preis entscheidend?

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