Interview mit Tui-Chef Frenzel
„Wir brauchen auf Dauer neue Wachstumsfelder“

Michael Frenzel hat als Chef der Tui dem Tourismuskonzern mit der Frachtschifffahrt ein zweites Standbein geschaffen. Zuletzt stärkte er dennoch wieder das Reise-Geschäft. Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußert Frenzel sich zu den Problemen des Konzerns bei der Umstrukturierung und den Zukunftsplänen für die Tui.

Handelsblatt: Herr Frenzel, haben Sie wieder einen scharfen Brief vom britischen Finanzinvestor Hermes bekommen?

Frenzel: Nein. Bei mir hat sich niemand mehr gemeldet.

Aber die Kritik am strategischen Kurs der Tui besteht weiter?

Richtig ist, dass in der Vergangenheit gerade von Finanzinvestoren unsere Zweisäulen-Strategie mit der Touristik und der Containerschifffahrt kritisch bewertet wurde. Für die geplante Fusion mit dem britischen Reiseveranstalter First Choice, die noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden steht, haben wir aus dem Finanzmarkt viel Zustimmung bekommen. Das zeigt sich auch in der positiven Kursentwicklung.

Warum?

Wir haben eine neue Struktur mit sehr klaren, transparenten Einheiten geschaffen. Das war ja einer der wesentlichen Kritikpunkte. Jetzt wollen wir in den drei Geschäftsbereichen Touristik, Schifffahrt und Hotels wachsen.

Ist das der endgültige Abschied vom reinen Tourismuskonzern, zu dem Sie das Industriekonglomerat Preussag umbauen wollten?

Durch die Attentate des 11. September 2001 haben wir gelernt, dass der Tourismus krisenanfällig ist. Zudem hat sich der Markt durch Low-Cost-Airlines und Internet strukturell verändert. Alle Marktteilnehmer kämpfen gegen den Margenverfall. Wir brauchen für den Konzern auf Dauer neue Wachstumsfelder.

Die Renaissance des klassischen Konglomerats?

Sicher nicht, aber was ist schlecht daran, wenn man ein zeitweise renditeschwaches Geschäft mit einem anderen Geschäftsfeld unter einem Konzerndach ausgleichen kann? Als der Tourismus infolge der Attentate und des Irakkrieges unerwartet schnell zusammenbrach, waren wir froh, die Containerschifffahrt im Konzern zu haben und damit richtig Geld zu verdienen.

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