Interview Rhein-Neckar-Air
„Außergewöhnlich, dass große Unternehmen in uns investieren“

Rhein-Neckar-Air aus Mannheim ist Deutschlands jüngste Regional-Airline. Ab März heben Flieger nach Berlin ab. Geschäftsführer Eggert über die Anschubfinanzierung von SAP und die Maschine von Bundesligist Hoffenheim.
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Handelsblatt Online: Herr Eggert, Sie sind sowohl Geschäftsführer der neuen Rhein-Neckar-Air als auch Prokurist des Mannheimer Flughafens. Wie sehr hat Sie vor zwei Jahren die Einstellung der Berlin-Verbindungen der Regional-Airline Cirrus getroffen?
Dirk Eggert: Das Ende der Cirrus-Flüge hat uns wirtschaftlich Probleme bereitet. Obwohl sie nur vier Prozent der Flugbewegungen ausmachten, sind uns von einem Tag auf den anderen 30 Prozent der Einnahmen weggebrochen. Bis dahin waren wir einer der wenigen kleinen Flughäfen mit einer schwarzen Null, in den vergangenen zwei Jahren nach der Einstellung haben wir je rund eine halbe Million Euro Verlust geschrieben.

Die Einstellung wurde damit begründet, dass die Linie nicht rentabel gewesen sein. Warum glauben Sie, dass Rhein-Neckar-Air es jetzt besser machen kann?
Cirrus hatte viele Strecken, die von der öffentlichen Hand oder anderen Stellen gefördert wurden. Dort gab es eine Betriebspflicht. Unsere Strecke war die Einzige, die keinen Zuschuss bekam – Cirrus hat damit dennoch gutes Geld verdient. Aber da keine Subventionen für die Strecke geflossen sind, konnte man sie schnell einstellen. Am Ende ist Cirrus dann komplett in die Insolvenz gegangen.

Die Strecke war erfolgreich? Müssen Sie also gar nicht viel besser machen?
Wir müssen und wollen viel besser machen. Zunächst ist für uns aber eine gute Ausgangslage, dass uns die Unternehmen aus der Rhein-Neckar-Region signalisiert haben, dass sie gerne bei uns an Bord kommen würden. Sie wollen aus der Metropolregion so schnell wie möglich nach Berlin kommen.

Mit dem ICE fährt man vom Mannheimer Hauptbahnhof doch nur 40 Minuten bis zum Frankfurter Flughafen...
Frankfurt ist keine richtige Alternative. Die Zeit um an Bord zu kommen, steht nicht im richtigen Verhältnis zur Gesamtreisezeit. Im Vorfeld haben wir viele Gespräche mit den wichtigsten Kunden der Cirrus geführt. Sie haben uns das ganz klare Zeichen gegeben, dass sie wieder mit dabei sind. Das war unser Antrieb zu sagen: „Das ziehen wir durch.“

Wer sind Ihre wichtigsten Kunden?
Unsere Kunden sind große Industrieunternehmen aus der Region, die in Mannheim, Ludwigshafen, Walldorf oder Heidelberg sitzen. Das gute an unserer Linienverbindung ist aber auch, dass es nicht nur einen Bedarf gibt, nach Berlin zu fliegen, sondern auch umgekehrt aus der Hauptstadt in unsere Metropolregion zu kommen, um die großen Unternehmen hier zu besuchen. Das ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Unter anderem sind SAP, Heidelberg-Cement und Südzucker Mitglied in dem im vergangenen Jahr gegründeten Förderverein, dem ihre Fluggesellschaft gehört. Wenn solche Unternehmen die Anschubfinanzierung leisten, kann doch eigentlich gar nichts mehr schiefgehen.
Bei so einem Projekt ist immer problematisch, dass es ein Liquiditätsproblem gibt. Die Einnahmen aus den Tickets bekommt die Airline erst frühestens zwei Monate nach dem Verkauf. Dadurch entsteht ein großer Liquiditätsbedarf, der in der Anfangsphase überbrückt werden muss. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir uns aus dem laufenden Betrieb finanzieren können. Wir müssen weiterhin so schlank aufgestellt sein, dass wir uns mittel- und langfristig selbst tragen. Flugzeug und Besatzung gehören nicht zu uns, sondern sind geleast.

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„30-Sitzer ist eine schöne Größe für eine Bundesligamannschaft“

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