Interview
Steiff sieht keine Bedrohung druch Finanzinvestoren

Der Plüschtierhersteller Steiff rechnet nicht mit einer Übernahme durch Finanzinvestoren. Wir müssen uns in einigen Bereichen sicherlich neu aufstellen, aber wir sind nicht von „Heuschrecken“ bedroht“, sagte Geschäftsführer Martin Frechen in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

HB GIENGEN. Die Situation bei Steiff sei eine andere als etwa bei Märklin oder Zapf, da es dem Familienunternehmen Steiff finanziell besser gehe, sagte Frechen. Umsatz und Ergebniszahlen nannte er allerdings nicht.

Der Modellbahnbauer Märklin wurde Mitte des Jahres nach Geschäftsproblemen von einem britischen Investor übernommen. Beim in den roten Zahlen steckenden Puppenhersteller Zapf ist ein amerikanischer Spielwarenkonzern als Hauptaktionär eingestiegen. Interessant für die ausländischen Investoren waren unter anderem die starken Markennamen.

Steiff hatte sich lange Zeit auf den hochpreisigen Sammlermarkt konzentriert und das Geschäft mit preiswerteren Plüschtieren vernachlässigt. 2002 brach der Sammlermarkt laut Frechen allerdings in sich zusammen. „Der Sammlerbereich ist zwar noch da, aber nicht mehr der Selbstläufer, der er mal war.“ Der Schritt zurück zum Kinderspielzeug fiel anfangs schwer.

Um beim Kinderteddy mit günstigeren Wettbewerbern mitzuhalten, führte Steiff die preiswertere Marke „cosy friends“ eingeführt und verlagerte Teile der Produktion ins Ausland. Gefertigt wird nun auch in Asien. Jedes einzelne Stofftier werde allerdings in Deutschland kontrolliert und erhalte hier auch den Knopf im Ohr. „Wir müssen für hervorragende Qualität und Design stehen“, sagte der Geschäftsführer. „Aber wir müssen auch preisadäquat sein.“ Die komplette Produktion ins Ausland zu verlagern, komme allerdings nicht in Frage. „Wir müssen und wollen wichtige Sachen hier behalten.“

„Das Verhältnis zwischen Sammlern und Kindern dreht sich langsam. Wir kommen mehr und mehr in den Spielwarenmarkt zurück“, sagte Frechen. Dennoch mache das Geschäft mit Sammlern noch immer mehr als die Hälfte des Umsatzes aus. Vertriebsweg für Steiff-Produkte solle der Fachhandel bleiben

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