Interview
Thomas-Cook-Chef: „Die schmerzhaftesten Schnitte sind vorbei“

Thomas-Cook-Vorstandschef Wolfgang Beeser über Markenwechsel, Risikomanagement und die Konsequenzen des Billig-Tourismus.

Herr Beeser, Ihr Vorgänger Stefan Pichler hat den Reisekonzern aus der Fluggesellschaft Condor und dem Reiseveranstalter Neckermann in Thomas Cook AG umfirmiert. Die Marke Condor haben Sie 2004 bereits wieder belebt. Steht bald auch Neckermann wieder ganz oben?

Beeser: Unser Konzern heißt Thomas Cook, und das bleibt auch so. Der Name hat in der Touristik weltweit einen sehr guten Klang – mittlerweile auch in Deutschland, denn wir haben viel investiert, um diesen Namen bekannt zu machen. Aber natürlich dauert es immer ein paar Jahre, bis sich ein Markenname unverrückbar etabliert hat. Den in Deutschland bestens eingeführten Markennamen Condor abzuschaffen war ein großer Fehler. Den haben wir korrigiert.

Gut, Thomas Cook bleibt. In der Branche wird aber hartnäckig spekuliert, Sie würden sich auf Märkte zurückziehen, in denen Sie als früherer Neckermann-Touristikchef erfolgreich waren?

Beeser: Eine falsche Spekulation! Wir bleiben so gesamteuropäisch aufgestellt, wie wir es heute sind. Wir legen allerdings verstärktes Augenmerk darauf, in allen Märkten nachhaltig Gewinne zu schreiben. Ich kann mir deshalb allenfalls kleinere Korrekturen vorstellen.

Korrekturbedarf besteht wohl in Frankreich, dort hat Thomas Cook hohe Abschreibungen vornehmen müssen. Ist es richtig, dass Sie nach einem Käufer für diese Aktivitäten gesucht haben?

Beeser: Wir haben niemandem etwas angeboten und führen keine Verkaufsverhandlungen. In Frankreich sind wir mit großer Energie dabei, das Unternehmen wieder profitabel zu machen.

Wie sieht die Lage bei Thomas Cook Großbritannien aus?

Beeser: Großbritannien ist schon länger kein Problemfall mehr. Dort werden inzwischen sehr anständige Zahlen geschrieben. Wir rechnen in diesem Jahr mit einem zweistelligen Millionenergebnis.

Die neu geschaffene Premiummarke Thomas Cook Reisen hatte Startprobleme im deutschen Veranstaltermarkt. Läuft das Geschäft inzwischen besser?

Beeser: Unsere Marke für das höhere Qualitätssegment wird sehr gut angenommen und verzeichnet aktuell ein überdurchschnittliches Wachstum von 17 bis 18 Prozent. Wir hatten im Vorjahr 400 000 Gäste und steuern jetzt die halbe Million an. Wir fahren eine ganz klare Markenstrategie: Neckermann Reisen ist die Massenmarke, die den größten Teil des Umsatzes im deutschen Markt generiert. Thomas Cook Reisen deckt das höherwertige Marktsegment ab, Bucher Reisen den Schnäppchenmarkt – und Aldiana ist unsere Clubmarke.

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