Investment in Südafrika: Ohne den Staat geht nichts

Investment in Südafrika
Ohne den Staat geht nichts

Rund 100 Milliarden Euro verwaltete Elias Masilela in seinem ersten Jahr als als Chef der südafrikanischen Public Investment Corporation. Dabei kommt es immer wieder zu Interessenskonflikten mit dem Staat.
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KapstadtAnders als die meisten seiner internationalen Kollegen dürfte Elias Masilela, Chef der südafrikanischen Public Investment Corporation (PIC), vor etwa zwei Wochen ohne allzu tiefe Sorgenfalten in den Weihnachtsurlaub verschwunden sein. Ein Grund dafür ist das gute Abschneiden der Johannesburger Börse (JSE), die Mitte Dezember fast genau dort stand, wo sie zwölf Monate zuvor gestartet war – knapp drei Prozent unter ihrem Allzeithoch.

Im lokalen Aktienmarkt hat Südafrikas mächtigster Vermögensverwalter einen nicht unerheblichen Teil der von ihm verwalteten 100 Milliarden Euro investiert. Insgesamt besitzt die von Masilela seit fast einem Jahr gemanagte PIC einen Anteil von elf Prozent an Südafrikas 40 größten Unternehmen. Daneben kontrolliert PIC rund die Hälfte der vom südafrikanischen Staat ausgegebenen, an die Inflation gekoppelten Anleihen und ein Immobilienportfolio, zu dem 50 Prozent der Kapstädter Waterfront gehören – dem mit Abstand größten Touristenmagneten des Landes.

Obwohl der 47-Jährige die Ersparnisse von fast 1,3 Millionen südafrikanischen Staatsdienern verwaltet, ist ihm diese Macht nicht zu Kopf gestiegen. Seit seinem Amtsantritt ist er öffentlich kaum in Erscheinung getreten. Anders als sein polternder Vorgänger, Brian Molefe, schlägt der in Swasiland und Äthiopien ausgebildete Ökonom lieber leise Töne an.

Anders als sein Vorgänger ist Masilela auch kein politischer Insider mit engen Kontakten zum Präsidenten. Zwar war er früher in leitender Funktion im Finanzministerium in Pretoria aktiv und hat auch in der nationalen Planungskommission mitgewirkt, die kürzlich einen schonungslos offenen Bericht über die vielen Wachstumsbremsen am Kap vorlegte. Allerdings hat er sich bei Politikern nie angebiedert und darüber seine Unabhängigkeit gewahrt.

Dies erscheint schon deshalb geboten, weil es durchaus Interessenskonflikte zwischen PIC und dem Staat gibt. „Wenn man die Dinge wie ich zunächst durch die ökonomische Brille betrachtet, kann es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten mit der Politik kommen“ , weiß er.

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  • Der südafrikanische Staat, der African National Congress, ist weiterhin sehr darum bemüht, seinen Einfluss in die von Weißen dominierte Wirtschaft zu intensivieren. Ich möchte den Artikel von Wolfang Drechsler dahingehend ergänzen, dass die Regierung Südafrikas auch handelspolitisch mehr Kontrollbefugnisse erstreiten will und eventuell wird: http://wp.me/pNjq9-1UD.

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