Investment müsste bei Lizenzrückgabe abgeschrieben werden
Karstadt prüft Ausstieg bei Starbucks

Bis Mitte August soll der Vorstand der Karstadt- Quelle AG prüfen, ob und in welcher Form die Kaffee-Kette Starbucks weitergeführt wird. Insider halten nämlich kaum einen der Kaffee-Shops für profitabel.

DÜSSELDORF. Der neue Aufsichtsratschefs Thomas Middelhoff habe Vorstandschef Christoph Achenbach die Order erteilt, bis dahin „umfassend und schonungslos“ alle Verlustbringer auf den Prüfstand zu stellen. Das erfuhr das Handelsblatt aus aufsichtsratsnahen Kreisen. Zu ihnen gehört auch das Joint Venture mit Starbucks. Für Karstadt wäre der Bruch mit dem US-Partner ein harter Schnitt: Nahezu das gesamte Investment gilt in einem solchen Fall als verloren.

Vor drei Jahren hatte Ex-Konzernchef Wolfgang Urban den Deal bei einer Partie Golf mit Starbucks-Mitbegründer Howard Schultz in Seattle eingefädelt. Welche Strategie er damit verfolgte, blieb sein Geheimnis. Nicht einmal Synergien gebe es bislang, berichteten Insider neulich am Rande eines „Management-Circle“-Kongresses.

Brancheninsider meinen, dass nur drei der 31 deutschen Starbucks-Häuser schwarze Zahlen schreiben. Einige bezweifeln selbst das. „Allein das Haus am Kölner Friesenplatz ist rentabel“, berichtet ein Unternehmensberater, der sich auf Berechnungen von Starbucks- Lieferanten und Frequenzzählungen von Wettbewerbern stützt. Angesichts der hohen Mieten in den Top-Lagen, rechnet er vor, müssten in einigen Häusern im Durchschnitt vier Kunden pro Minute bedient werden – eine Frequenz, die allein schon aus technischen Gründen nicht zu bewältigen sei.

Die überdimensionierten Flagship-Stores in Berlins Hackeschen Höfen und in der Düsseldorfer Altstadt – eine Forderung der US-Partner – gelten als Verlustbringer. Das Unternehmen stellt das anders dar. „Jede Filiale muss ihre Rendite verdienen“, sagt ein Topmanager des Joint Ventures Karstadt-Coffee. Quersubventionen gebe es nicht.

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