Investor Robert Hersov
Air Berlin: Vatas-Ausstieg gibt Rätsel auf

Die Beteiligungsgesellschaft Vatas hat ihren Anteil an der Fluggesellschaft Air Berlin nach drei Monaten wieder verkauft. Nach dem Ausstieg legten die Air-Berlin-Titel kräftig zu. Unterdessen gibt das Finanzgebaren des Unternehmens, das vom Londoner Investor Robert Hersov kontrolliert und vom einstigen Vorzeige-Unternehmer Lars Windhorst geführt wird, zunehmend Rätsel auf.

HB FRANKFURT. Air Berlin teilte am Freitag mit, Vatas habe ihre 18,56 Prozent veräußert. Ein institutioneller Investor habe die Absicht bekundet, dieselbe Anzahl Aktien zu übernehmen. Den Namen des Investors nannte Air Berlin nicht.

Die Aktien von Air Berlin legten infolge in der Spitze knapp zehn Prozent zu. "Zum einen könnten viele denken, 'endlich ist man Vatas los', sagte ein Händler. "Zum anderen sieht der neue Investor offensichtlich mehr Potenzial in Air Berlin als der Markt. Meines Erachtens wird jetzt wieder die Tatsache überbewertet, dass da ein Institutioneller frischen Wind hereinbringen könnte."

Schon zuvor hatte Vatas an der Börse für Wirbel gesorgt: Am 1. April hatte die Beteiligungsgesellschaft ihr Aktienpaket am Telekomanbieter Freenet verkauft, hält aber zum 20. Juni eine Option auf den Rückkauf der Aktien. Käufer des Löwenanteils der Aktien sei mit 16,517 Prozent die Credit Suisse, hatte das im TecDax notierte Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitgeteilt. Im Juni kann Vatas von Credit Suisse und anderen Aktionären wiederum Freenet-Aktien in Höhe von 25,2 Prozent erwerben.

Über die Hintergründe des Geschäfts wurden keine Angaben gemacht. Über einen möglichen Verkauf der Freenet -Anteils von Vatas war an der Börse bereits vor rund drei Wochen spekuliert worden. Damals war bekanntgeworden, dass ein Händler der Norddeutschen Landesbank Nord/LB massiv Aktien mehrerer Mittelständler aufgekauft hatte. Nach Handelsblatt-Informationen war Vatas der Auftraggeber, nahm die Papiere, die zwischenzeitlich kräftig an Wert verloren hatten, jedoch nicht ab.

Die NordLB wurde damit Großaktionär des Handyzulieferers Balda (15,5 Prozent), des Klinikbetreibers Curanum (13,1 Prozent), des Systemhauses Euromicron (20,2 Prozent) sowie der US-Firma RemoteMDX (23,6 Prozent) und bildete eine Rückstellung über 82,5 Millionen Euro. Wie Mitglieder des Haushalts- und Finanzausschusses des niedersächsischen Landtags dem Handelsblatt bestätigten, wirft das Institut dem Schweizer Geldhaus Credit Suisse vor, eine Vermittlerrolle bei dem Geschäft übernommen zu haben und » prüft derzeit eine Klage.

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