Investorengruppe um Klaus-Michael Kühne
Hamburger Konsortium kündigt Tui-Gebot an

Klaus-Michael Kühne hat am Samstag ein Gebot seiner Investorengruppe für Hapag-Lloyd angekündigt. „Wir werden in den nächsten Tagen unser endgültiges Gebot abgeben“, sagte er in einem Interview. Einen möglichen Verkauf an den asiatischen Interessenten bezeichnete er als „Katstrophe“ und fodert daher die Unterstützung der Bundesregierung.

HB FRANKFURT. "Ich rechne in den nächsten zwei Wochen mit einer Entscheidung über den Verkauf", sagte er gegenüber der der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Reedereikonzern Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur hatte zuvor ebenfalls angedeutet, er werde bieten. Tui hat Hapag-Lloyd auf Druck der Anteilseigner zum Verkauf gestellt.

"Es müsste etwas Dramatisches passieren, dass wir es nicht tun", sagte NOL-Chef Ronald Widdows der "Welt am Sonntag" laut Vorabmeldung. Allerdings halte er es für unsicher, ob Tui die Tochter wirklich verkaufen werde. "Nach meinem Bauchgefühl stehen die Chancen 50 zu 50", sagte Widdows. Auf die Frage, welche Aussichten NOL gegen die Gruppe um den Transportunternehmer Kühne habe, sagte Widdows: "Wir haben eine Chance. Am Ende geht es um wirtschaftliche Gründe für eine Übernahme, und die können wir besser darstellen."

Zu Befürchtungen, NOL würde bei Hapag-Lloyd Arbeitsplätze streichen und weltweit Standorte schließen, sagte Widdows: "Wenn einer behauptet, wir würden über Nacht aus Hamburg verschwinden, ist das doch Unsinn." Ein Fünftel der Transportmengen von NOL für Europa gehe nach Deutschland. Das Land sei der wichtigste europäische Markt für den Konzern. "Unser Geschäft wird in Hamburg wachsen, ob allein als NOL oder zusammen mit Hapag-Lloyd", sagte der Manager. Die Marke Hapag-Lloyd würde NOL beibehalten: "Eine exzellente Marke ist nicht mit Gold aufzuwiegen.".

Kühne warnte, ein Verkauf an die Asiaten wäre "eine Katastrophe". Wie der Hamburger Senat solle auch die Bundesregierung sein Konsortium unterstützen, forderte er. "Die Kanzlerin sollte klar Stellung beziehen." Deutschland brauche als führende Handelsnation eine starke Schifffahrt. "Hapag Llyod muss ein eigenständiges Unternehmen in deutschem Besitz bleiben. Die Reederei ist ein Statussymbol für Hamburg und der wichtigste Wirtschaftsfaktor, davon lebt der Hafen zu 40 Prozent."

Gleichwohl sollte die Hansestadt sich nur vorübergehend an der Reederei beteiligen und mittelfristig wieder aussteigen, sagte Kühne. "Denkbar wäre dafür ein Börsengang." Die Finanzierung der Hamburger Investoren sei ungeachtet der Finanzkrise gesichert. "Der Deal ist zu stemmen. Unsere Finanzierung steht. Wir können auch einen relativ hohen, strategischen Preis bezahlen."

Kreisen zufolge will der in Hannover ansässige Tui-Konzern die Traditionsreederei nur abgeben, wenn er mehr als vier Mrd. Euro bekommt. Am Markt kursierten Gerüchte, die Gebote lägen nur bei 3,1 und 3,4 Mrd. Euro. Tui-Chef Michael Frenzel hat wiederholt angekündigt, er werde die Reederei nicht für zu wenig Geld abgeben.

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