IT-Systeme
Datenpakete fliegen mit

Lohnt der Auftrag? IT-Systeme machen die Kosten für Transporte genau berechenbar. Mit Hilfe solcher Informationstechnik hoffen Logistikdienstleister, ihre Risiken besser in den Griff zu bekommen. Doch auch die Kunden können mit dem System technisch aufrüsten - und die Angebote besser vergleichen.

DÜSSELDORF. Eine neue Software sorgt bei der schweizerischen Panalpina Gruppe für mehr Durchblick. Die IT-Lösung bietet eine höhere Genauigkeit beim Landed-Cost-Reporting (LCR), also der Kostenaufschlüsselung für den Transport fertiger Produkte zum Abnehmer. Beim Logistiker Panalpina bilden diese eine zentrale Planungsgröße. Viele Dienstleister tun sich schwer mit dieser Kalkulation, sagt Michael Weber, der bei Panalpina die Verantwortung für die Lieferketten trägt: "Die Logistikkosten werden nach dem Gießkannenprinzip verteilt", sagt er.

Weber will es besser machen - und sich mit Informationstechnik ein differenziertes Bild verschaffen: Er nutzt Angaben wie Gewicht und Stückzahl, die auf Frachtpapieren so gut wie immer angegeben sind. "Unsere Software verknüpft diese Daten mit allen angefallenen Kosten wie Frachten, Treibstoffzuschlägen und Zöllen", sagt Weber. "So können wir Landed-Cost-Reportings für jeden einzelnen Artikel und jedes einzelne Stück über einen selbst definierten Zeitraum erstellen. Das ist bislang einmalig." Die Alternative - zeitaufwendige Kalkulation per Hand - entfällt: "Bei unserem Pilotkunden haben jetzt drei Leute wieder Zeit für etwas anderes als Kostenallokationen", sagt Weber.

Mit Hilfe solcher Informationstechnik hoffen Logistikdienstleister, ihre Risiken besser in den Griff zu bekommen. "Ein Logistiktarif ist wie eine Wette", sagt Marc Berning, Projektmanager bei PSI Logistics, einem Software-Anbieter für die Transportbranche. "Der Anbieter setzt darauf, dass sich seine Kosten so entwickeln, dass sich ein Auftrag langfristig lohnt." Diese bis ins Detail zu kennen, sei deshalb enorm wichtig.

Parallel zu den Dienstleistern können auch deren Auftraggeber jetzt technisch aufrüsten. Bernings Unternehmen bietet eine Software an, die eine strategische Logistikplanung unterstützt. Dabei werden neben Warenströmen und Transportkosten der Vergangenheit auch Prognosen über die Konjunkturentwicklung einbezogen. Eine Marktlücke, findet Berning: "Viele Unternehmen haben keine Möglichkeit, die Tarife von Logistikdienstleistern realistisch zu vergleichen, weil die zugrunde liegenden Details nicht transparent sind."

Die Voraussetzung für eine Kostentransparenz in der Logistik sei ein vernünftiges Trackingsystem, sagt Berning. Erst dieses liefere die nötige Menge an Daten. Techniken wie RFID können nach Ansicht des PSI-Managers dabei helfen, die Transparenz entlang der gesamten Lieferkette zu erhöhen. Das bietet enormes Potenzial für Einsparungen. Schließlich vernachlässigen noch viele Unternehmen bei ihrer Geschäftsstrategie die Logistik.

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