IT-Unternehmen verzichtet auf Management-Buy-out
EDS sucht Käufer für Beratungstochter A.T. Kearney

Das IT-Unternehmen EDS will seine Beratungstochter A.T. Kearney nun doch nicht an deren Manager abgeben. Man werde auf ein so genanntes Management-Buy-out verzichten und stattdessen einen externen Käufer für die Unternehmensberatung suchen, sagte ein Sprecher von EDS dem Wall Street Journal.

HB/tel FRANKFURT/M. Wie das Blatt unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise weiter berichtet, sei EDS in Gesprächen mit der Beratungsfirma Monitor Group. „Kein Kommentar“, hieß es dazu auf Nachfrage des Handelsblatts sowohl bei Monitor als auch bei A.T. Kearney.

Die in Texas ansässige EDS hat die zu den weltweit großen Beratungsunternehmen zählende A.T. Kearney vor zehn Jahren gekauft. Dahinter stand die Idee, strategische Beratung mit IT-Implementierung und Outsourcing zu verknüpfen und damit beiden Unternehmen mehr Wachstum zu eröffnen. Die Rechnung ging nicht auf. Der bis März 2003 amtierende EDS-Chef Richard Brown hatte versucht, die Beratungsfirma als Marketingarm zu instrumentalisieren. Das schadete dem Image und auch dem Geschäft von A.T. Kearney. Seit 2000 hat sich der Umsatz des Beratungsunternehmen mit Sitz in Chicago nahezu halbiert – auf weltweit 806 Mill. Dollar. Im deutschsprachigen Raum sank der Umsatz 2004 um 15,5 Prozent auf 158 Mill. Euro. EDS-Konzernchef Michael Jordan hatte unlängst davon gesprochen, dass A.T. Kearney Verlust mache.

Die Monitor Group ist rund halb so groß wie A.T. Kearney. Der Umsatz der in Cambridge/Massachusetts beheimateten Strategieberatung lag laut Unternehmensangaben 2004 bei etwa 390 Mill. Dollar. Das Unternehmen wächst nach Information des Marktforschungsdienstes Kennedy Info zweistellig.

Inwieweit Monitor vom Erwerb von A.T. Kearney profitieren könnte, bleibt unklar. A.T. Kearney ist zwar international die bekanntere Marke, aber eine solche Übernahme müsste von den Monitor-Partnern finanziert werden. Branchenexperten in den USA beziffern den Wert von A.T. Kearney auf etwa 400 Mill. Dollar. Der Mutterkonzern EDS begründet die Abkehr vom Management-Buy-out lediglich damit, dass es im Interesse der Kunden, von EDS und A.T. Kearney sei.

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