Italien
Autobahnbetreiber dürfen nicht fusionieren

Die Regierung Italiens hat die geplante 14 Milliarden Euro schwere Fusion der zwei Autobahnbetreiber Autostrade und Abertis untersagt.

HB ROM. Wirtschaftsminister Tommaso Padoa-Schioppa und Infrastrukturminister Antonio Di Pietro lehnten das Geschäft mit der Begründung ab, durch den Zusammenschluss ergäbe sich ein Interessenkonflikt. Zu den Hauptaktionären des geplanten Unternehmens würden schließlich spanische Baufirmen zählen. Beobachter hielten das Argument jedoch für vorgeschoben. Aus dem Zusammenschluss der italienischen Autostrade und der spanischen Abertis sollte der größte Mautstreckenbetreiber der Welt entstehen. Die italienische Straßenaufsichtsbehörde Anas erklärte, sie habe der Fusion ebenfalls einen Riegel vorgeschoben.

Die Entscheidung der Regierung sei im öffentlichen Interesse gefallen, sagte Di Pietro am Samstag der Nachrichtenagentur Ansa zufolge. Der Fall sei damit zunächst abgeschlossen. „Das bedeutet aber nicht, dass die Sache nicht erneut geprüft werden kann, wenn das unüberwindbare Hindernis aus dem Weg geräumt ist“, fügte der Minister hinzu. So könne ein Zusammenschluss noch einmal geprüft werden, wenn sich die Zusammensetzung der Anteilshaber bei dem spanischen Unternehmen geändert hätte.

Beobachter bezeichneten die Argumentation der Minister jedoch als scheinheilig, weil es der italienischen Regierung in Wahrheit um reinen Protektionismus ginge. Das italienische Veto basiere „einfach auf dem Gedanken, dass das Autobahnnetz nicht von einer ausländischen Firma kontrolliert werden darf“, teilte das marktliberale Bruno Leoni Institut in Turin mit.

Autostrade lehnte eine Stellungnahme zu den Beschlüssen vorerst ab. Man wolle zunächst weitere Einzelheiten abwarten, sagte ein Sprecher. Aus Kreisen bei Abertis verlautete, der Konzern prüfe die Berichte und werde sich mit seiner Stellungnahme Zeit lassen. Die Investoren von Autostrade und Abertis hatten die Fusion Anfang Juli abgesegnet.

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