Italien
Intesa Sanpaolo berät Alitalia beim Verkauf

Die italienische Regierung hat Intesa Sanpaolo beauftragt, die angeschlagene Airline bei der Suche nach einem Käufer zu beraten. Die Bank bleibt auch weiterhin ein Kandidat, selbst als Investor aufzutreten.

MAILAND. Die italienische Regierung hat die Mailänder Bank Intesa Sanpaolo beauftragt, die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia bei der Suche nach einem Käufer zu beraten. Damit hat Finanzminister Giulio Tremonti eine Bank als Berater gewählt, die zuvor an der Seite der Fluggesellschaft Air One als potentieller Investor auf den Plan getreten war. Tremonti erklärte, dass Intesa Sanpolo auch weiterhin als Käufer in Frage komme.

Seit fast eineinhalb Jahren versucht die Regierung in Rom, ihre Beteiligung von knapp 50 Prozent an Alitalia abzugeben. Mit der Ernennung eines Berater will die neue italienische Regierung unter Silvio Berlusconi, den langwierigen Verkauf nun endlich zu Ende bringen. Im vergangenen Sommer scheiterte der Verkauf an mangelndem Interesse. Als letzte Interessenten hatten sich Air One und Intesa Sanpaolo zurückgezogen. Im Frühjahr diesen Jahres sind die Verhandlungen mit Air France-KLM kurz vor den italienischen Wahlen gescheitert. Grund dafür war nicht zuletzt der Widerstand von Berlusconi.

„Alitalias Situation ist besonders komplex und schwierig und wir haben wenig Zeit, die Probleme anzugehen", sagte der Präsident der Bank Intesa Sanpaolo, Giovanni Bazoli, am Wochenende. Ende Juni werde seine Bank einen Bericht über die finanzielle und wirtschaftliche Lage der Bank und einen neuen Geschäftsplan vorlegen. Es habe zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn, über Partner zu reden. Bisher habe seine Bank nicht vor, sich am Kapital von Alitalia zu beteiligen", sagte Bazoli.

Alitalia hat im vergangenen Jahr 495 Mill. Euro verloren. Im ersten Quartal lag das operative Minus bei 161 Mill. Euro. Die Nettoverschuldung stieg im April um fünf Mill. Euro auf 1,36 Mrd. Euro. Die Regierung hat Alitalia im April mit einem Brückenkredit von 300 Mill. Euro geholfen, der nun in Eigenkapital umgewandelt werden soll.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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