Italienische Fluggesellschaft
Alitalia riskiert Insolvenz

Die Fluggesellschaft Alitalia droht die Zahlungsunfähigkeit, wenn sie nicht bald eine Kapitalerhöhung beschließt. Italiens Regierung drängt das Unternehmen zum Handeln. In wenigen Tagen könnte es zu spät sein.
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RomDie italienische Regierung erhöht den Druck auf die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia, schnellstmöglich die Finanzlage zu verbessern. Wie am Dienstag aus Regierungskreisen verlautete, droht Alitalia die Zahlungsunfähigkeit, sollte nicht binnen Wochen eine Kapitalerhöhung beschlossen sein. Der Flugbetrieb könnte noch schneller zum Erliegen kommen: „In vier bis fünf Tagen besteht das Risiko, dass Alitalia nicht mehr fliegen kann“, hieß es weiter. Ein Firmensprecher war zunächst nicht zu erreichen.

Eine Abstimmung der Alitalia-Aktionäre über eine Kapitalerhöhung im Volumen von mindestens 100 Millionen Euro ist für Montag angesetzt. Alitalia benötigt nach Einschätzung von Branchenexperten etwa 500 Millionen Euro, um den Betrieb aufrecht zu erhalten und eine Restrukturierung zu finanzieren. Die Airline hat seit ihrer Privatisierung im Jahr 2009 mehr als eine Milliarde Euro an Verlusten angehäuft und eine weitere Milliarde Euro Schulden.

Die Fluggesellschaft gerät nach Angaben ihrer Lieferanten zunehmend in Schwierigkeiten. Bei der Bezahlung von Treibstoff ist sie demnach bereits im Verzug. Regierung und Aktionäre setzen auf eine Rettung durch Air France-KLM. Die französisch-niederländische Gesellschaft hält bereits 25 Prozent an Alitalia und könnte ihren Anteil aufstocken oder die Italiener ganz übernehmen. Über die Konditionen gibt es aber Unstimmigkeiten.

Noch für Dienstag war ein Treffen von Regierungsvertretern mit dem Management von Alitalia geplant. Dabei sollte eine Übergangslösung gefunden werden. Eine ähnliche Gesprächsrunde war bereits am Montag ergebnislos zu Ende gegangen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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