Italienische Zeitungen zeichnen düsteres Bild
„Alitalia im Chaos“

Nach der vorerst gescheiterten Übernahme von Alitalia durch Air France-KLM hat ein prominenter Gewerkschaftsvertreter vor voreiligen Schlüssen gewarnt. Derweil schreibt die italienische Fluggesellschaft weiter täglich einen Verlust von einer Million Euro. Italienische Zeitungen malen schwarz.

HB ROM. Entscheidungen über die Zukunft der jetzt von einem Konkurs bedrohten italienischen Airline sollten erst nach der Parlamentswahl in zehn Tagen getroffen werden, sagte UIL-Generalsekretär Luigi Angeletti im TV-Sender Canale fünf am Donnerstag.

Der französisch-niederländische Konzern hatte die Verhandlungen am Mittwochabend für beendet erklärt, nachdem die Gespräche mit den italienischen Gewerkschaften über das Vorhaben zusammengebrochen waren. Air France -KLM betonte aber, der Konzern halte an seinem Übernahmeplan fest, der den Abbau von insgesamt 2 100 Stellen bei Alitalia vorsieht. Alitalia -Chef Maurizio Prato trat nach dem Scheitern der Gespräche zurück und berief für Donnerstagmittag ein außerordentliches Treffen des Verwaltungsrats ein.

Die italienischen Zeitungen zeichneten am Donnerstag ein düsteres Bild. "Alitalia im Chaos" titelte das größte überregionale Blatt "Corriere della Sera". Die römische Tageszeitung "La Repubblica" schrieb vom "Selbstmord eines Flagschiffs". Neben dem Verwaltungsrat wollte sich auch das Kabinett am Donnerstag mit dem Fall befassen. Finanzminister Tommaso Padoa-Schioppa hatte bereits angekündigt, sollte die Übernahme durch Air France -KLM scheitern, müsste die Airline unter staatliche Notverwaltung gestellt werden.

Der italienische Staat will seine Anteile von 49,9 Prozent an der Airline verkaufen. Die Zukunft von Alitalia ist mittlerweile ins Zentrum des Wahlkampfs gerückt. Nach dem Rücktritt der Mitte-links-Koalition von Regierungschef Romano Prodi sind für den 13. und 14. April vorgezogene Neuwahlen angesetzt. Oppositionsführer Silvio Berlusconi macht sich dafür stark, dass Alitalia in italienischer Hand bleibt. Ein Investor ist derzeit nicht in Sicht. In einem Zeitungsinterview am Donnerstag sagte Berlusconi, es gebe reges Interesse.

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