Italienischer Spirituosenhersteller erwägt Kauf weiterer Alkoholmarken
Campari schielt durstig auf Whisky und Rum

Das italienische Traditionsunternehmen Davide Campari hat Durst auf mehr. „Bei Whisky, Rum und Brandy sind wir noch nicht vertreten. Dort wollen wir zukaufen“, sagt Enzo Visone, der seit Mai 2004 amtierende Vorstandsvorsitzende der Spirituosen-Gruppe. In Frage kämen vor allem die beiden Whisky-Marken Glen Grant und Old Smuggler, die der Spirituosenhersteller Allied Domecq nach der Übernahme durch Pernod abgeben muss.

HB MAILAND. Wegen einer möglichen Marktbeherrschender Stellung muss Pernod die beiden Marken bis April 2006 verkaufen. „Wir sind interessiert, uns das anzuschauen, aber wir haben noch kein Dossier gesehen“, sagt Visone. Er weist darauf hin, dass Glen Grant in Italien immerhin der meistverkaufte Whisky ist.

Schon heute hat die Gruppe längst mehr als den feuerroten Klassiker Campari im Angebot, der etwa ein Viertel des Umsatzes ausmacht. Unter anderem gehören dem 1860 gegründeten Mailänder Unternehmen die Cocktail- und Aperitiv-Marken Cinzano und Aperol, der Wodka der Marke Skyy, der griechische Ouzo 12 und andere bekannte Spirituosen-Marken. Mit Sella & Mosca und Dreher haben die Mailänder auch Wein und Bier im Sortiment.

„Wir haben in den vergangenen zehn Jahren zwölf italienische Marken, die im Besitzt von Ausländern waren, heimgeholt“, sagt Visone nicht ohne Stolz. Insgesamt hat das Unternehmen seit 1995 mehr als eine Mrd. Euro für die Aquisition von insgesamt 22 Marken ausgegeben.

„Wir haben insgesamt 500 Mill. Euro für Investitionen zur Verfügung“, erklärt Visone. Dabei will sich die Campari-Gruppe ganz auf Alkohol konzentrieren. Nach Berechnungen von Analysten könnte das Unternehmen insgesamt bis zu 600 Mill. Euro ausgeben, ohne die eigene Finanzstärke zu gefährden.

Luca Bacoccoli, Analyst der italienischen Investmentbank Caboto, hält die Zukäufe von neuen Produkten grundsätzlich für eine gute Idee, warnt aber vor den Risiken. „Bei Glen Grant liegt das wahre Risiko für Campari darin, zu viel zu bezahlen“, sagt Bacoccoli. Nach seinen Berechnungen sollte Campari nicht mehr als 200 Mill. Euro für die Marke ausgeben.

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