Italienischer Stromkonzern hat die Erträge durch Konzentration auf das Strom- und Gasgeschäft deutlich gesteigert
Enel ist fit für dritten Börsengang

Der ehemalige italienische Strommonopolist Enel ist für den dritten Börsengang gerüstet: Dank höherer Umsätze und niedrigerer Kosten hat die Ertragskraft deutlich zugenommen. Der vor zwei Jahren vom britischen Glashersteller Pilkington zu Enel gewechselte Chef Paolo Scaroni hat offenbar Erfolg mit seinem Strategiewechsel – weg vom Multiversorger, hin zum reinen Strom- und Gaskonzern.

ROM. „Während Enel die Dividenden in der Vergangenheit vor allem dank außerordentlicher Erträge etwa durch den Verkauf von Stromkapazitäten bezahlt hat, schütten wir sie heute zunehmend auf Basis der Gewinne aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus“, sagte Scaroni im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Die Ertragslage ist nachhaltiger geworden“.

In wenigen Wochen wird die italienische Regierung ein Paket von bis zu 20 Prozent ihres Mehrheitsanteils für geschätzte 7,5 Mrd. Euro über die Börse verkaufen. Enel ist mit einer Marktkapitalisierung von knapp 40 Mrd. Euro hinter Eon der zweitgrößte börsennotierte Stromversorger in Europa.

Die Ende letzter Woche veröffentlichten Halbjahresergebnisse sprechen ein deutliche Sprache: Der Betriebsgewinn hat gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf drei Mrd. Euro zugelegt. Das Nettoergebnis stieg um 71 Prozent auf zwei Mrd. Euro.

Seit der als Kostenkiller bekannte Scaroni auf dem Chefsessel sitzt, hat sich der operative Gewinn ohne Sondereffekte verdreifacht. Scaronis Rezept: „Wir haben enorme Effizienzgewinne durch die schrittweise Umstellung von ölbetriebenen Kraftwerken auf Kohle- und Gasgeneratoren.“ Dem Businessplan zufolge will Enel bis 2008 keine Kraftwerke mehr mit dem immer teurer werdenden Öl betreiben; derzeit wird noch 25 Prozent der erzeugten Energie in den konventionellen Kraftwerken mit Öl erzeugt; 2002 waren es 45 Prozent. Im Gegenzug betreibt Enel immer mehr kostengünstigere Kohlekraftwerke, aus denen bis 2008 bereits 47 Prozent der Energie kommen soll.

Parallel baut sich Enel Standbeine im Ausland auf. Zuletzt sind die Italiener bei Privatisierungen in Bulgarien und Rumänien zum Zuge gekommen. Eine weitere Ausschreibung, an der sich Enel beteiligt, läuft derzeit in der Slowakei. „Wir haben da einen opportunistischen Ansatz und kaufen nur dann, wenn wir einen guten Deal machen können.“

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