IVG-Immobilien
Verwandlung eines Konzerns

Die neue Strategie der Immobilienfirma IVG lautet: verwalten statt besitzen. Dabei müssen es nicht immer Gebäude sein. Auch Infrastrukturprojekte wie beispielsweise eine Öl-Pipeline passt ins Portfolio.
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BonnWolfgang Schäfers baut um. Gerade einmal vier Monate ist er der Chef bei IVG, dem Bonner Bürogebäudespezialisten; zuvor war Schäfers Finanzvorstand. Eines aber scheint jetzt schon festzustehen: Der Immobilienkonzern wird sich verändern. Die neue IVG wird wesentlich mehr Geld als bisher mit dem Verwalten von Immobilienvermögen für andere verdienen – und auch mit Infrastrukturgeschäften.

„Ich rede im Moment mehr mit Energieversorgern als mit Immobilienunternehmen“, sagte Schäfers dem Handelsblatt. Die IVG könne Eigenkapital und Fremdkapital für solche Projekte besorgen und sie in einem Fonds verpacken. Welche Art von Infrastrukturobjekten er meint, lässt Schäfers noch offen. Doch bis zum Jahresende will er den ersten Abschluss melden.

Im Grunde genommen ist die IVG mit ihren unterirdischen Öl- und Gaslagern bereits im Infrastrukturgeschäft dabei. Sie bringen ihr Erfahrung im Umgang mit Pipelines, über die ihre Kavernen versorgt werden. Die Kavernen werden bereits heute in einem Fonds für Großanleger verpackt, der bis 2014 auf rund 1,7 Milliarden Euro anwachsen wird. 
Diese Kavernen sicherten den Bonnern letztendlich das Überleben. Denn regelmäßig tilgt die IVG einen Teil ihrer immer noch viel zu hohen Schulden durch Verkäufe von Kavernen an den Fonds.

Auch die Analysten bemängeln die hohen Schulden. „Vorrangig für die IVG ist meines Erachtens die Rückführung von Fremdkapital“, sagt etwa Jochen Schmitt vom Bankhaus Metzler. Ende September betrug die Verschuldungsquote 72 Prozent. Bis 2014 soll sie um etwa zehn Prozentpunkte sinken und später 55 bis 60 Prozent betragen.

Bisher kaufte oder entwickelte der Bonner Konzern europaweit Gebäude, vermietete sie und verkaufte sie wieder. Nach Einführung des internationalen Bilanzierungsstandards IFRS wurde das Ergebnis der IVG besonders abhängig von den Schwankungen des Immobilienmarktes. Denn sie führt zur Bewertung der Gebäude mit dem Marktwert. Auf- und Abwertungen erhöhen beziehungsweise senken den Gewinn. An der Fähigkeit, Dividende zu zahlen, ändert das nichts.

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