JAB Holding kauft Panera Milliardärsfamilie Reimann landet den nächsten US-Coup

Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann macht erneut mit einem spektakulären Deal in den USA auf sich aufmerksam. Ihre Investmentholding JAB schnappt sich die Bäckereikette Panera für mehr als sieben Milliarden Dollar.
Update: 05.04.2017 - 14:19 Uhr 3 Kommentare
Das Unternehmen betreibt in den USA und Kanada mehr als 2000 Läden und erzielt einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Dollar. Quelle: imago/ZUMA Press
Filiale von Panera Bread in Kalifornien

Das Unternehmen betreibt in den USA und Kanada mehr als 2000 Läden und erzielt einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Dollar.

(Foto: imago/ZUMA Press)

New YorkDie von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann kontrollierte JAB Holding macht wieder mit einem Milliardenzukauf auf dem US-Lebensmittelmarkt Schlagzeilen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, übernimmt JAB in einem 7,5 Milliarden US-Dollar schweren Deal die schnell wachsende Bäckereikette Panera Bread.

JAB zahlt 315 Dollar je Panera-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von etwa 20 Prozent auf den Schlusskurs vom 31. März. Zu Beginn der Woche hatte es in US-Medien bereits Spekulationen über eine solche Übernahme gegeben. Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden sowie den Panera-Anteilseignern genehmigt werden. Der Abschluss wird für das dritte Quartal erwartet.

Panera betreibt in den USA und Kanada mehr als 2.000 Läden und erzielt einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Dollar. Mit seinen frischen Angeboten zielt es vor allem auf die gesundheitsbewusste Klientel. In den vergangenen sechs Quartalen hat das Unternehmen mit Sitz in St. Louis die Erwartungen der Analysten stets übertroffen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz von Panera um 5,3 Prozent gestiegen. Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen Jahren verneunzigfacht. Ursprünglich soll auch Starbucks an Panera interessiert gewesen sein.

Der Markt nahm die Nachrichten über den europäischen Käufer positiv auf. Der Kurs der Panera-Aktie stieg im vorbörslichen Handel um mehr als 13 Prozent. „Eine Übernahme von Panera Bread bringt ihnen nicht nur eine digitale Plattform, die sie letztendlich für ihr gesamtes Portfolio nutzen können. Es gibt ihnen auch die Gelegenheit für die ein oder andere vertikale Integration im Kaffeegeschäft“, sagte Bob Derrington von der Telsey Advisory Group.

Das gehört der Familie Reimann
Reckitt Benckiser
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Der britische Reinigungsmittelhersteller ist der wachstumsstärkste und profitabelste Konzern der Branche und die weltweite Nummer eins im Geschäft mit Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln. Die Familie Reimann ist wesentlich an Reckitt beteiligt. Kaum ein Industriellenclan ist verschwiegener. Kaum einer scheffelt derzeit mehr Geld mit seinem Reich, auch wenn man laut eigener Aussage die Hälfte der Dividenden spendet.

Calgon
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Ludwig Reimann gründete im 19. Jahrhundert zusammen mit Johann Adam Benckiser eine Chemiefabrik, die unter dem Namen Reckitt Benckiser zu einem der weltweit führenden Anbieter von Wasch- und Reinigungsmitteln geworden ist. Albert Reimann erfand unter anderem den Wasserenthärter Calgon.

Konkurrenten
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Das Unternehmen setzt vor allem den deutschen Konkurrenten Henkel unter Druck.

Clearasil
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Zu den bekanntesten Marken von Reckitt Benckiser gehört Clearasil, eine Hautpflegeserie gegen Pickel und Akne. Die Marke ist seit 2006 Teil des Reckitt Benckiser-Portfolios durch die Akquisition von Boots Healthcare.

Vanish
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Auch der Fleckentferner Vanish gehört zum Portfolio des Unternehmens. Das Produkt wird sowohl in Simbabwe und Sri Lanka, als auch in Deutschland und den USA verkauft.

Coty
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Coty ist der weltgrößte Dufthersteller und gehört zum größten Teil der Familie Reimann. Das Unternehmen vertreibt hauptsächlich Celebrity-Parfums und Designerdüfte wie Calvin Klein, Davidoff und Joop.

Labelux
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Die Holding Labelux konzentriert sich auf Luxusmarken. Seit 2007 Jahren kauft die Holding einen Luxusgüterkonzern zusammen. Der Schweizer Lederwarenhersteller Bally gehört neben der Schmuckmanufaktur Solange und dem italienischen Lederwarenhersteller Zagliani bereits dazu. Im Juli 2008 wurde das US-amerikanische Modemarke Derek Lam übernommen, im Mai 2011 der US-Schuhhersteller Jimmy Choo.

Die Reimanns hatten zuletzt vor allem ins Kaffee-Geschäft investiert – neben Kaffeehausketten vor allem in den USA kauften sie den niederländischen Kaffeekonzern Douwe Egberts, den US-Kaffeekapsel-Spezialisten Keuring und übernahmen rund die Hälfte der Kaffeesparte von Mondelez (Jacob’s). Für den jüngsten Ausbau des Firmenimperiums der Reimanns investierte die Milliardärsfamilie im Mai 2016 rund 1,35 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,18 Milliarden Euro) und übernahm damit über eine Tochtergesellschaft die US-Donutkette Krispy Kreme.

Die Holding hält zudem noch Anteile am Kosmetikkonzern Coty sowie einen kleinen Teil am Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser. Coty hatte 2015 den Haarpflegespezialisten Wella vom US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble übernommen.

  • kk
  • opl
  • dpa
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3 Kommentare zu "JAB Holding kauft Panera: Milliardärsfamilie Reimann landet den nächsten US-Coup"

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  • Die Nordsee Kette soll verkauft werden. Fischprodukte sind teuer und erfordern eine höhere Kaufkraft wie z.B. in Innenstadtlagen. .Da könnten Synergien mit Panera bestehen, indem man schwache Nordsee-Filialen in Panera umrüstet. Wenn Heiner Kamps da seine Expertise einbringen könnte wäre das sehr gut.

  • Es könnte ein guter Deal werdenl. Die Kette bietet neben Snacks auch Suppen, auch Salate und Pasta an und natürlich auch Getränke. Im Prinzip sind diese Artikel billiger als Hamburger mit Fleisch. In Europa könnte Panera Bread auch vertreten sein, wenn man sich auf die regionalen Artikel wie z.B. Croissant, Baguette, Briosch in Frankreich oder Mettbrötchen bei uns einstellt.

  • Ich warte auf die Milliardenklage gegen panera.

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