Jahrelange Umstrukturierung
Bei Rentokil ist die Wende in Sicht

Der britische Dienstleistungskonzern Rentokil Initial sieht trotz schwacher Halbjahreszahlen die Talsohle erreicht. Nach einer jahrelangen Umstrukturierung sagt der Weltmarktführer für Schädlingsbekämpfung für das Jahr 2008 wieder steigende Gewinne voraus. Analysten ließen sich jedoch vom Optimismus des Vorstandschefs Doug Flynn nicht anstecken.

dih/HB LONDON. Analysten halten Rentokil bereits für recht hoch bewertet. So endete der Tag der Rückkehr in den FTSE-Index der 100 führenden Werte der Londoner Börse mit einem Kursverlust von zwei Prozent gegen den Trend.

Der Reingewinn halbierte sich auf 66 Mill. Pfund (98 Mill. Euro), während der Umsatz kräftig um 21 Prozent auf 1,1 Mrd. Pfund stieg. Den Gewinnrückgang erklärte Flynn damit, dass das Unternehmen in Großbritannien mehrere große Aufträge zur Wartung von Waschräumen verloren habe. Der Umsatz stieg vor allem wegen zahlreicher Zukäufe.

Rentokil hat in der ersten Jahreshälfte weltweit 50 Unternehmen für zusammen knapp 100 Mill. Pfund gekauft, die Hälfte davon in Asien. Durch den Kauf der Target Express Holdings für 210 Mill. Pfund will Rentokil zum zweitgrößten Paketlogistiker in Großbritannien aufsteigen. Mit der Tochterfirma City Link ist der Konzern bereits als Expressversender aktiv.

Den Zukäufen steht eine Reihe von Verkäufen gegenüber. So trennte sich Rentokil in den vergangenen Jahren von den Wäschereien ebenso wie von den Wachdiensten. Damit reagierte das Unternehmen auch auf einen abgewehrten Übernahmeversuch des Investors Gerry Robinson, der sich vor zwei Jahren selbst als Chef einsetzen und üppige Ausschüttungen an die Aktionäre durchsetzen wollte.

Die Analysten des Brokerhauses Seymour Pierce mutmaßen, dass Rentokil auch noch die Sparte abstoßen könnte, die tropische Pflanzen vermietet. Das jedoch wies Flynn zurück: Das Portfolio werde permanent überprüft, doch es gebe derzeit keine Pläne für weitere Verkäufe.

„Wir erwarten, dass die Gruppe 2008 zum Gewinnwachstum zurückfindet“, sagte Flynn gestern in London. Er versprach mittlere bis hohe einstellige Prozentzuwächse. Schon in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres werde sich das Ergebnis deutlich verbessern. Im Aktienkurs seien bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 schon starke Verbesserungen vorweggenommen, sagte Mike Murphy, Analyst des Brokerhauses Panmure. Er findet ebenso wie andere Analysten den Kurs bereits zu hoch.

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