Jahresbilanz: Thomas Cook hat sich gesund gespart

Jahresbilanz
Thomas Cook hat sich gesund gespart

Der Reisekonzern Thomas Cook hat im Geschäftsjahr 2005/2006 einen Rekordgewinn erzielt. Damit zeigt sich der Erfolg der mehrjährigen Sparprogramme. Nun hat der Konzern wieder große Pläne: Bei der Branchenkonsolidierung wolle er als Jäger dabei sein, nicht als Gejagter.

HB FRANKFURT. Dank der mehrjährigen Sparprogramme und zusätzlicher Buchgewinne aus Verkäufen sei der Konzerngewinn um gut 60 Prozent gestiegen, teilte der neue Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa am Donnerstag in Oberursel mit. Der künftig allein dem Handelskonzern Karstadt-Quelle gehörende Reiseanbieter habe im vorigen Jahr die Voraussetzung für eine neue Wachstumsstrategie geschaffen, erklärte er. Außerdem sei Cook wieder zu Zukäufen bereit.

Der vor drei Jahren an den Rand der Pleite geratene Reisekonzern präsentierte für das Geschäftsjahr 2005/2006 mit 171 Mill. Euro den höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte, der auch im Konzern verbleibt und nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet wird. Der Anstieg um sei auf Sparerfolge sowie einen Erlös von 60 Millionen Euro aus dem Verkauf der Clubmarke Aldiana und Thomas Cook India zurückzuführen, sagte Finanzvorstand Ludger Heuberg. Cook habe dabei 160 Millionen Euro Mehrkosten für Treibstoff verkraften müssen.

„Die europäische Tourismusindustrie steht vor ihrer nächsten Konsolidierungsrunde, und wir wollen dabei sein. Nicht als Gejagter, sondern als Jäger“, erläuterte Fontenla-Novoa, der im Dezember den nur gut ein Jahr amtierenden Thomas Holtrop abgelöst hatte. Zu einem möglichen Kaufangebot für die Pauschalreisesparte des britischen Konkurrenten First Choice wollte sich Fontenla-Novoa nicht äußern.

Für die deutsche Fluggesellschaft Condor kündigte er ebenfalls Wachstumspläne an. „Condor ist einer von drei Kerngeschäftsbereichen, und das soll auf jeden Fall so bleiben“, erklärte er. Karstadt-Quelle war bei den Übernahmeverhandlungen für den Cook-Anteil von Lufthansa anfangs nicht an Condor interessiert. Nun hält Lufthansa noch zwei Jahre lang 24,9 Prozent, damit Condor nicht an einen Konkurrenten verkauft werden kann. „Ich bin überzeugt, dass Condor auch in Zukunft ein profitables Wachstum erzielen kann“, erklärte Fontenla-Novoa.

Spekulationen über eine Abspaltung wies der Tourismuskonzern zurück. Die Vereinbarung der beiden Thomas Cook-Eigentümer KarstadtQuelle und Lufthansa sehen vor, dass Karstadt-Quelle den Tourismuskonzern künftig komplett besitzt, Lufthansa aber mit 25 Prozent an Condor beteiligt sein wird. Er persönlich würde Condor gerne zu 100 Prozent im Thomas Cook-Konzern haben, sagte Fontenla-Novoa. In den nächsten zwei Jahren sei die Partnerschaft mit Lufthansa aber wichtig.

Thomas Cook wolle sich auch die Möglichkeit eines Börsengangs offen halten und strebe wie bisher für 2008 die Kapitalmarktfähigkeit an. Das Reisegeschäft bleibe allerdings schwierig. Die Buchungen für die aktuelle Wintersaison lägen etwas höher als im Vorjahr, für die Sommersaison dagegen noch leicht darunter. Dennoch erwarte Cook für das Gesamtjahr wieder einen leichten Zuwachs bei Umsatz und Gästezahlen. Auch das Vorsteuerergebnis solle sich verbessern.

Im Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/2006 war die Zahl der Reisenden um drei Prozent auf 13,6 Mill. gestiegen. Der Umsatz erhöhte sich den Angaben zufolge um 1,6 Prozent auf 7,8 Mrd. Euro. Das Vorsteuerergebnis verbesserte Cook dagegen um mehr als 30 Prozent auf 205,8 Mill. Euro.

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