Jahresbilanz
TÜV Süd steigt zum Milliardenkonzern auf

Der Prüfkonzern TÜV Süd ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen und hat dabei die Milliarden-Euro-Umsatzmarke geknackt. Mit Zukäufen besonders in Asien will das Unternehmen zur Nummer drei der Branche aufsteigen.

HB MÜNCHEN. 2005 verbuchte der TÜV Süd als Nummer vier auf dem Weltmarkt einen Umsatz von 1,03 Mrd. Euro und übersprang damit erstmals die Milliarden-Marke. Im Jahr 2004 hatte der Umsatz erst bei 978 Mill. Euro gelegen. Weltweit an der Spitze der Prüfkonzerne liegt vom Umsatz her die Schweizer SGS gefolgt von Bureau Veritas (Frankreich) und Dekra. Der Vorsteuergewinn des TÜV Süd kletterte von 68 Mill. Euro im Vorjahr auf 110 Mill. Euro. Ziel bleibe, zur Nummer drei auf dem Weltmarkt zu werden, sagte TÜV-Süd-Vorstandschef Peter Hupfer am Montag in München auf der Bilanzpressekonferenz.

Der TÜV Süd will mit weiteren Übernahmen noch internationaler werden. Die Zukäufe müssten dabei profitabel sein und der Erschließung neuer geographischer Regionen sowie Technologien und Branchen dienen, sagte Hupfer. „Wir werden nicht nur Zukäufe um des Umsatzzuwachses willen tätigen.“ Die Kasse dafür sieht der TÜV Süd angesichts einer Liquidität von knapp 1 Mrd. Euro gut gefüllt. Man plane daher auf absehbare Zeit keinen Börsengang, sagte Finanzvorstand Hermann Mund.

Aber auch aus eigener Kraft will das Unternehmen nach dem Rekordjahr 2005 auf Wachstumskurs bleiben und strebt für 2006 ein organisches Umsatzplus von gut 5 Prozent an. In den ersten vier Monaten hätten die Erlöse um etwa 10 Prozent über Vorjahresniveau gelegen. „Wir sollten alles daran setzen, dass wir in etwa die Reiseflughöhe bei der Rendite halten können“, sagte Mund. Die bereinigte Rendite war im Jahresvergleich 2004 zu 2005 von 7,4 auf 10,5 Prozent gestiegen.

In den vergangenen zwölf Monaten erwarb der TÜV Süd 13 Unternehmen. Da die Integration neuer Gesellschaften auch eine Kraftanstrengung bedeute, wolle man eine solche Vielzahl von Akquisitionen nicht „zur Dauerveranstaltung“ machen, sagte Mund.

Bis 2007 soll der Auslandsanteil am Umsatz so von derzeit gut 20 auf mindestens 30 Prozent zulegen – bei einem konstanten Wachstum im Inland. Diesem Ziel sei man mit dem Erwerb der PSB-Gruppe in Singapur (Umsatz: 50 Mill. Euro) im ersten Quartal 2006 bereits einen großen Schritt näher gekommen.

Die Expansion in der Türkei kann erst später als ursprünglich geplant richtig anlaufen. Grund sei eine juristische Auseinandersetzung mit der türkischen Ingenieurkammer. Deshalb seien die geplanten Fahrzeuguntersuchungen von TÜVTURK derzeit „auf Stand-by“ geschaltet.

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