Jahresgewinn
Billigflieger Ryanair übertrifft Erwartungen

Europas größter Billigflieger hat im Geschäftsjahr 2010 mehr verdient als erwartet. Der Nettogewinn habe in den zwölf Monaten bis Ende März 401 Millionen Euro betragen, teilte das irische Unternehmen am Montag mit.
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DublinDer hohe Ölpreis bremst auch Europas größten Billigflieger Ryanair aus. Wegen des teuren Treibstoffes rechnet das irische Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr mit einem Gewinnplus. Zwar könnten auf den längeren Strecken und auch angesichts des Wachstums in Deutschland und Frankreich die Ticketpreise erhöht werden, teilte Ryanair am Montag mit.

Allerdings würden dadurch lediglich die höheren Kosten aufgefangen. Die Preissteigerungen setzen auch die Rivalen Air Berlin und Easyjet unter Druck, die zuletzt deutlich höhere Verluste ausgewiesen haben als erwartet. Ryanair gelang im Geschäftsjahr 2011 bis Ende März ein Gewinnplus von rund einem Viertel.

Auch die Schuldenkrise auf dem Heimatmarkt sowie in Ländern wie Griechenland, Spanien und Portugal dämpft der Fluggesellschaft zufolge die Reiselust. Die neue isländische Aschewolke macht Ryanair-Chef Michael O'Leary derweil keine Sorgen. „Wir können uns einigermaßen darauf verlassen, dass es dadurch diesmal keine Unterbrechungen geben wird“, sagte O'Leary dem Sender Sky. Im vergangenen Jahr wurde der europäische Flugverkehr nach dem Ausbruch eines Vulkans in Island sechs Tage lang ausgesetzt. Experten gehen bislang nicht davon aus, dass sich dies nun wiederholen wird.

Der hohe Ölpreis ist nach der Flugpause im vergangenen Jahr die nächste Hürde für die laufende Erholung der Branche, die massiv unter der Wirtschaftsflaute nach der Finanzkrise gelitten hatte. Experten zeigten sich dennoch irritiert davon, dass Ryanair seinen Ausblick vor allem mit den Kerosinkosten begründet.

Die Fluggesellschaft hat sich 90 Prozent ihres Bedarfs fürs kommende Jahr bereits zu einem nach eigener Aussage vorteilhaften Preis gesichert. Vize-Chef Howard Miller rechnet trotzdem mit einer Gesamt-Kostensteigerung von 13 Prozent im kommenden Jahr. Ohne Treibstoffkosten hätte die Verteuerung demnach lediglich zwei Prozent erreicht. Ryanair-Aktien verloren 5,1 Prozent auf 3,36 Euro und damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt.

Im laufenden Jahr rechnet der irische Anbieter, der täglich mehr als 1500 Flüge abwickelt, mit einer Abschwächung des Wachstums im Flugverkehr auf vier Prozent von acht Prozent im abgelaufenen Jahr. Für das abgelaufene Geschäftsjahr (per Ende März) wies Ryanair einen Nettogewinn von 401 Millionen Euro aus und damit mehr als von Analysten erwartet. Zum Vorjahr war dies ein Anstieg um 26 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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